Reform-ABC: Altersvorsorgedepot, ETF & Co. – die wichtigsten Begriffe einfach erklärt

Altersvorsorge könnte so einfach sein – wären da nicht Begriffe wie Altersvorsorgedepot, Beitragsgarantie oder Auszahlungsplan.

Mit der Altersvorsorgereform kommen ab 2027 einige neue Möglichkeiten hinzu. Wir übersetzen die wichtigsten Begriffe von A bis Z – einfach und verständlich.

Was ist ein Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist eine neue Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Anders als bei den bisherigen Varianten der staatlich geförderten Altersvorsorge kann das Geld stärker am Kapitalmarkt angelegt werden – zum Beispiel in Fonds oder ETFs.

Auf eine Garantie der eingezahlten Beiträge wird dabei verzichtet. Dadurch entstehen größere Renditechancen, gleichzeitig kann der Wert der Anlage schwanken.

Wichtig: Ein Altersvorsorgedepot ist nicht einfach ein normales Wertpapierdepot. Damit Sie die staatliche Förderung erhalten können, muss es die gesetzlichen Anforderungen an einen geförderten Altersvorsorgevertrag erfüllen.

Was bedeutet Ansparphase – und welche Steuervorteile gibt es?

Als Ansparphase bezeichnet man die Zeit, in der Sie Beiträge in Ihre Altersvorsorge einzahlen und Vermögen für später aufbauen.

Ein wichtiger Vorteil der geförderten Altersvorsorge liegt in der sogenannten nachgelagerten Besteuerung: Wertsteigerungen und Erträge werden während der Ansparphase nicht besteuert. Gewinne können also zunächst weiter im Vertrag angelegt bleiben und mitwachsen.

Was ist ein Auszahlungsplan?

Beim Auszahlungsplan wird das vorhandene Kapital regelmäßig ausgezahlt. Der Plan muss nach der Reform mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr laufen – länger ist ebenfalls möglich. Neu ist, dass auch ein Auszahlungsplan künftig ohne anschließende verpflichtende lebenslange Verrentung gewählt werden kann.

Der wesentliche Unterschied zur lebenslangen Rente: Beim Auszahlungsplan können Sie über einen festgelegten Zeitraum über Ihr Kapital verfügen. Nicht ausgezahltes Vermögen kann grundsätzlich vererbbar sein. Ist das Kapital am Ende des Auszahlungsplans aufgebraucht, enden allerdings auch die Zahlungen.

Was bedeutet Beitragsgarantie?

Eine Beitragsgarantie legt fest, welcher Anteil der eingezahlten Beiträge zum Beginn der Auszahlungsphase mindestens zur Verfügung stehen soll.

Bei den neuen Garantieprodukten sind grundsätzlich zwei Stufen vorgesehen:

  • 100 Prozent Beitragsgarantie: Die eingezahlten Beiträge werden vollständig garantiert.
  • 80 Prozent Beitragsgarantie: Mindestens 80 Prozent der Beiträge werden garantiert.

Grundsätzlich gilt: Eine geringere Garantie kann mehr Spielraum für chancenreichere Anlagen schaffen, birgt aber eben auch ein größeres Risiko.

Was ist ein ETF?

ETF steht für "Exchange Traded Fund", also börsengehandelter Fonds. Viele ETFs bilden einen bestimmten Aktien- oder Anleiheindex nach, ohne dass ein Fondsmanager aktiv eingreift. Ein bekanntes Beispiel sind ETFs wie auf den MSCI World, die in viele hundert oder sogar tausende Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern investieren. Das ermöglicht eine breite Streuung des Geldes.

Was ist eine lebenslange Leibrente?

Bei einer lebenslangen Leibrente erhalten Sie Monat für Monat eine vereinbarte Rentenzahlung – und zwar grundsätzlich bis an Ihr Lebensende.

Genau darin unterscheidet sie sich vom Auszahlungsplan:

  • Lebenslange Rente: Einkommen bis zum Lebensende – unabhängig davon, wie alt Sie werden.
  • Auszahlungsplan: Zahlungen aus dem vorhandenen Kapital für einen festgelegten Zeitraum.

Die lebenslange Rente sichert damit ein besonderes Risiko ab: dass Sie deutlich länger leben, als sich mit einem festen Kapitalbetrag planen lässt.

Was ist ein Standarddepot?

Das Standarddepot ist eine besonders einfach gehaltene Variante des Altersvorsorgedepots. Es richtet sich vor allem an Menschen, die Kapitalmarktchancen nutzen möchten, ohne sich intensiv mit Fonds-, ETF- oder Anlageentscheidungen beschäftigen zu müssen. Es kann ohne Beratung und online eingerichtet werden, die Effektivkosten sind auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr begrenzt.

Die Anlage folgt voreingestellten Regeln. Vereinfacht gesagt gibt es einen chancenorientierten und einen risikoärmeren Baustein. Rückt die Auszahlphase näher, wird das Vermögen standardmäßig in die risikoärmere Anlage umgeschichtet.

Was sind Zulagen?

Zulagen sind staatliche Zuschüsse zur geförderten Altersvorsorge.

Mit der Reform wird die Förderung einkommensunabhängig daran gekoppelt, wie viel Sie selbst einzahlen. Hinzu können Kinderzulagen und für junge Menschen ein Berufseinsteigerbonus kommen.

Mit unserem Förderrechner können Sie für sich persönlich berechnen, wie sich die neue geförderte Altersvorsorge für Sie auszahlt.

trustpilot

Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen?

Helfen Sie uns, noch besser zu werden und teilen Sie Ihre Erfahrungen auf Trustpilot.

In 1 Minute bewerten

Das könnte Sie auch interessieren

Renten-Mythen im Check

Riester kündigen? Zu spät für Altersvorsorge? ETFs ungeeignet? Wir prüfen sechs verbreitete Mythen rund um Rente und Altersvorsorgereform.

Zum Magazinartikel

Reicht die gesetzliche Rente künftig noch aus?

Reicht die gesetzliche Rente im Alter? Erfahren Sie, warum zusätzliche Altersvorsorge wichtiger wird und wie gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge zusammenspielen.

Zum Magazinartikel