Renten-Mythen im Check: Was stimmt wirklich über die Altersvorsorge?

Ob privat, betrieblich, staatlich gefördert oder nicht: Kaum ein Thema ist mit so vielen Halbwahrheiten verbunden wie die Altersvorsorge. Und durch die Reform kommen sogar noch neue Fragen hinzu. Zeit für einen Faktencheck.

Mythos 1: "Die gesetzliche Rente wird für mich schon reichen."

So pauschal lässt sich das nicht sagen. Die gesetzliche Rente bleibt eine wichtige Grundlage Ihrer Altersvorsorge. Ob sie für Ihren gewünschten Lebensstandard im Ruhestand ausreicht, hängt jedoch von Ihrer persönlichen Situation ab.

Deshalb lohnt es sich, auch betriebliche und private Vorsorgebausteine einzubeziehen – egal ob mit oder ohne staatliche Förderung.

Mythos 2: "Für Altersvorsorge ist es jetzt sowieso zu spät."

Mit einiger Sicherheit: falsch. Denn auch ein später Start kann durchaus sinnvoll sein. Wie viel sich noch aufbauen lässt, hängt unter anderem von Ihrem Alter, Ihrem Sparbeitrag und Ihren bereits vorhandenen Vorsorgebausteinen ab.

Wer später beginnt, hat zwar weniger Zeit zum Sparen. Das bedeutet aber keineswegs, dass zusätzliche Vorsorge keinen Sinn mehr ergibt.

Mythos 3: "Private Altersvorsorge lohnt sich nur für Gutverdiener."

Nein. Schon die bisherige Riester-Rente sollte vor allem auch Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen erreichen. Und die neuen Angebote nach AVRG werden ebenso für Familien mit Kindern oder auch Menschen mit geringen Einkommen besonders attraktiv sein. Wer es genau wissen möchte, findet hier unseren Förderrechner.

Für die neue staatlich geförderte Altersvorsorge gilt außerdem, dass sie unabhängig vom Einkommen Zulagen beisteuert. Entscheidend ist lediglich die Höhe der selbst eingezahlten Beiträge.

Mythos 4: "Wer einen Riester-Vertrag hat, muss jetzt wechseln."

Nein. Bestehende Riester-Verträge können grundsätzlich weitergeführt werden. Ob es sinnvoll ist, einen bestehenden Vertrag zu behalten, anzupassen oder später eine neue Lösung zu wählen, hängt vom Einzelfall ab. So gibt es zum Beispiel gerade bei Sparern mit niedrigen Beiträgen Konstellationen, unter denen die bisherige Förderung höher ausfallen kann als in der neuen Produktwelt. Auch das hohe Sicherheitsniveau der ‚alten‘ Riester-Welt kann attraktiv bleiben, vor allem für bereits lange laufende Verträge. Hinzu kommen eventuell eine üppige, garantierte Verzinsung bei älteren Verträgen.

Und: Ein Wechsel in das neue Fördersystem ist unwiderruflich und gilt für alle Riesterverträge des Sparers. Wichtig ist also: Nicht vorschnell kündigen. Erst vergleichen.

Mythos 5: "ETF und Altersvorsorge passen nicht zusammen."

Doch – langfristige Kapitalmarktanlage kann durchaus Teil der Altersvorsorge sein – und ist das auch bereits sehr erfolgreich im Rahmen der nicht geförderten privaten Altersvorsorge. So setzt zum Beispiel unsere BarmeniaGothaer Fondsrente bereits heute auf ein breites Fondsangebot mit über 120 qualitätsgesicherten Fonds aller Risikoklassen und über alle Fondskategorien, auch kostengünstige ETFs.

Die Reform öffnet nun auch die staatlich geförderte private Altersvorsorge stärker für kapitalmarktorientierte Lösungen.

Kurz: Der Mythos ist falsch. Welche Mischung aus Chancen und Sicherheit sinnvoll ist, hängt stets vom individuellen Anlagehorizont und persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.

Mythos 6: "Förderungen sind so kompliziert, dass sich der Aufwand nicht lohnt."

Falsch. Ein wesentliches Ziel der Reform ist eine leichter verständliche Förderung. Bislang war die staatliche Förderung mit komplizierten Regeln ans Einkommen geknüpft. Künftig bemisst sich die Förderung nicht mehr am Einkommen, sondern nur noch an den eingezahlten Beiträgen.

Gleichzeitig bleibt Ihre persönliche Situation entscheidend: Kinder, Einkommen, vorhandene Verträge und weitere Vorsorgebausteine können einen Unterschied machen.

Unser Fazit

Pauschale Aussagen helfen bei der Altersvorsorge nur selten weiter. Unser Tipp: Es ist in den allermeisten Fällen sinnvoll, die eigene Altersvorsorge als Ganzes zu betrachten – von der staatlich geförderten Vorsorge über die betriebliche Altersvorsorge bis zu weiteren privaten Möglichkeiten.

Vielleicht sind Sie bereits gut aufgestellt. Vielleicht gibt es eine Lücke. Oder ein bestehender Baustein lässt sich sinnvoll ergänzen. Genau hier hilft persönliche Beratung.

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