Urlaub mit Kindern: Die wichtigsten Reiseversicherungen, Dokumente & Tipps für Familien

Ob Strandurlaub auf Mallorca oder Wohnwagentrip durch Australien – wer mit der ganzen Familie verreist, muss in puncto Urlaubsvorbereitung einiges berücksichtigen. Vor allem das Thema Reiseversicherung ist mit Kind unabdingbar. Denn nicht selten werden gerade kleine Kinder kurz vor Reiseantritt richtig krank und bringen die gesamte Urlaubsplanung durcheinander. Oder sie verletzen sich beim Buddeln im Strandsand und brauchen am Urlaubsort dringend ärztliche Versorgung. Damit Sie nicht auf Ihren Kosten sitzenbleiben und Ihren wohlverdienten Sommerurlaub in vollen Zügen genießen können, sollten Sie bei Ihren Reisevorbereitungen dem Versicherungsschutz ausreichend Aufmerksamkeit widmen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Reiseversicherungen für Familien vor.

Schnellüberblick – was ist bei Reisen mit Kindern wichtig?

  • Reisekrankenversicherung bleibt Must‑have: Die EHIC (europäische Krankenversicherungskarte) sichert nur medizinisch notwendige Leistungen beim öffentlichen Anbieter ab – Privatärzte, Rücktransport und Bergung sind nicht abgedeckt. Eine Reisekrankenversicherung schließt diese Lücken.
  • Kinderreisepass ist seit 01.01.2025 abgeschafft: Kinder benötigen je nach Reiseziel Personalausweis (EU/EWR/CH/ISL/LIE/NOR) oder biometrischen Reisepass (Drittländer). Bereits ausgestellte Kinderreisepässe sind bis zum Ablaufdatum gültig, werden aber nicht überall anerkannt.
  • Einverständniserklärung für Minderjährige: Bei Reisen mit nur einem Elternteil oder ohne Eltern können Zielländer eine (beglaubigte) Reisevollmacht verlangen – bitte vorab prüfen.
  • Fliegen mit Baby – realistisch planen: Airlines erlauben gesunde Neugeborene häufig ab sieben bis 14 Tagen (teils mit Attest). Kinderärzt*innen empfehlen – wenn planbar – ab circa sechs Wochen. Regeln variieren je Airline.
  • Kindersitzpflicht im Auto (DE): Bis zum 12. Geburtstag oder 150 cm ist eine geeignete Rückhalteeinrichtung vorgeschrieben (was zuerst eintritt).
  • "Grüne Karte“/IVK: In der EU/EWR reicht in der Regel das Kennzeichen als Nachweis. In einigen Ländern (zum Beispiel Türkei, Albanien, Marokko, Tunesien) ist die Internationale Versicherungskarte weiterhin Pflicht.

Die wichtigste Reiseversicherung für Familien

Reisekrankenversicherung (inkl. Rücktransport & Bergung)

Wenn sich Ihr Liebling im Urlaub verletzt, möchten Sie ihn natürlich in den besten ärztlichen Händen wissen. Doch gerade im Ausland kann ein Arzt- oder Krankenhausbesuch schnell richtig teuer werden. Denn die gesetzliche Krankenkasse kommt für krankheitsbedingte Kosten im Ausland meist nicht auf. Zwar können sich Krankenversicherte im EU-Ausland auf eine gewisse Grundsicherung verlassen. Diese deckt jedoch üblicherweise nur den Regelsatz ab, ausländische Ärzte rechnen bei Urlaubern aber gerne über den Privattarif ab. Die Differenz müssen dann die Versicherten tragen. Gleiches gilt für den Rücktransport nach Deutschland, der über die gesetzliche Krankenversicherung nicht abgedeckt ist. Und selbst Privatversicherte müssen einen Teil der Kosten selbst tragen, wenn die Versicherung beispielsweise eine Selbstbeteiligungsklausel enthält.

Experten der Stiftung Warentest und der Bund der Versicherten empfehlen daher vor allem für Reisen in fernere Länder wie Australien, Thailand oder die USA den Abschluss einer Reisekrankenversicherung. Wer im Fall der Fälle zusätzliche Kosten vermeiden möchte, ist aber auch bei Trips ins europäische Ausland mit einer Reisekrankenversicherung für die ganze Familie bestens beraten. Üblicherweise deckt diese Police die Kosten:

  • von stationären und ambulanten Heilbehandlungen,
  • Heil-, Hilfs-, Arznei- sowie Verbandmittel,
  • provisorischem Zahnersatz und Zahnbehandlungen und
  • eines Krankenrücktransports

zu 100 Prozent ab. Darüber hinaus übernehmen einige Versicherer das sogenannte Rooming-in. Das bedeutet, dass Sie als Elternteil in das selbe Krankenhauszimmer aufgenommen werden, wenn Ihr Kind stationär behandelt werden muss. Meist wird diese Leistung für Kinder bis zu 14 Jahren getragen. Des Weiteren umfasst der Versicherungsschutz üblicherweise Such-, Rettungs- oder Bergekosten sowie das Krankenhaustagegeld. Mit einer Reisekrankenversicherung sind Sie und Ihre Liebsten vor den finanziellen Folgen einer Erkrankung im Urlaub also bestens geschützt. Die einzige Frage, die sich nun noch stellt beim Thema Reisekrankenversicherung: Wann abschließen? Bei den meisten Versicherern können Sie selbst noch kurz vor Reiseantritt die Reiseversicherung online abschließen. Sie erhalten dann umgehend eine Versicherungsbestätigung per E-Mail und können beruhigt in den Flieger gen Süden steigen.

Reiserücktrittsversicherung

Ob Windpocken oder Fieber – bei Familien ist einer der häufigsten Gründe für einen Reise-Rücktritt, dass das Kind krank wird. Die Folge: Sie können Ihren lang geplanten Urlaub gar nicht oder erst verspätet antreten. Die Flug- und Hotelrechnungen sind aber schon längst beglichen – und so kurz vor Reiseantritt betragen die Stornokosten oft 75 Prozent und mehr. Damit Sie auf diesen Kosten nicht sitzen bleiben, darf eine Reiserücktrittsversicherung bei den Urlaubsvorbereitungen von Familien nicht fehlen. Denn diese Police übernimmt in der Regel die Storno- oder Nachreisekosten, wenn Sie Ihren Urlaub aufgrund schwerer Erkrankungen oder eines schweren Unfalls eines der Familienmitglieder nicht oder eben nur verspätet antreten können. Des Weiteren springt die Reiserücktrittversicherung ein, wenn

  • Sie, Ihr Partner bzw. Ihre Partner*in oder Ihre Kinder einen Impfstoff nicht vertragen,
  • aufgrund einer Schwangerschaft der Reiseantritt nicht möglich oder unzumutbar wäre und
  • Sie oder Ihr Partner unerwartet den Arbeitsplatz wechseln beziehungsweise verlieren oder unerwartet einen neuen Job aufnehmen.

Und wenn eine Familienversicherung abgeschlossen wurde, gilt in der Regel: Wird einer krank, darf die ganze Familie zu Hause bleiben.

Tipp: Wählen Sie am besten eine Reiserücktrittsversicherung, die auch einen vorzeitigen Reiseabbruch abdeckt. Denn bei einer solchen Reiseversicherung für Familien erstattet Ihnen der Versicherer in der Regel die nachweislich entstandenen Rückreisekosten, wenn Sie früher zurückreisen müssen. Auch der anteilige Wert der Urlaubsleistungen, die Sie durch die vorzeitige Rückreise nicht mehr genießen konnten, wird dann häufig übernommen.

Ein Mann sitzt in einem Kanu und im Hintergrund sind Berge

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Wohin kann man bei einem Urlaub mit Kindern am besten reisen?

Im Gegensatz zu den Eltern wünschen sich Kinder meist statt Entspannung und Erholung vor allem Action, Abenteuer und Abwechslung. Deshalb muss man bei der Planung des Urlaubszieles beides berücksichtigen. Wohin kann man also bei einem Urlaub mit Kindern am besten reisen?

  • Griechenland: Sandstrände, Familienhotels, Aquaparks
  • Spanien: Vielseitig (Festland/Islands), auch gut für Herbstferien
  • Kroatien: Meist Kiesstrände, dafür tolle Natur & Freizeitangebote
  • Österreich: Ganzjährig attraktiv (Seen, Berge, Ski)

All-Inclusive vs. Individualurlaub: Was passt zu meiner Familie?

Es ist klar, dass beide Arten des Reisens ihre Vor- und Nachteile haben. Deshalb ist es wichtig, sich vor einer Buchung Gedanken darüber zu machen:

  • Sie wollen im Urlaub nicht die ganze Zeit auf Ihr Budget schauen?
  • Sie wollen sich keine Gedanken darüber machen, was Ihre Kinder als Nächstes essen sollen?
  • Sie suchen vor allem Entspannung im Urlaub?

Dann ist wahrscheinlich ein All-Inclusive-Urlaub tatsächlich das Richtige für Sie. In vielen Anlagen und Familienhotels gibt es ein abwechslungsreiches Unterhaltungsangebot für Kinder, sodass sich Eltern einfach mal zurücklehnen und entspannen können.

Wenn Sie mehr von der Kultur eines Landes erfahren möchten und nicht Ihre ganze Zeit im Resort verbringen möchten, dann wäre ein Individualurlaub die bessere Variante.

Reisen mit dem Auto, Zug oder Flugzeug

Familien-Trip mit dem Auto

Wer mit dem eigenen Auto in den Urlaub reist, hat die in der EU für alle Kfz-Halter vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht ohnehin im Gepäck. Damit sind Schäden, die Sie Dritten bei einem Unfall zufügen, abgedeckt. Lange Zeit war die sogenannte grüne Versicherungskarte als Nachweis für den Haftpflichtschutz auch innerhalb Europas erforderlich. In EU-Ländern muss diese heute meist nicht mehr mitgeführt werden, da das Kennzeichen als Nachweis ausreicht. In anderen Ländern, etwa der Türkei oder in manchen osteuropäischen Staaten, ist das Mitführen der korrekt als Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr bezeichneten Karte hingegen Pflicht.

Wenn Sie im Urlaub mit einem gemieteten Pkw oder Wohnwagen unterwegs sind, ist im Mietvertrag meist eine Kfz-Haftpflichtversicherung eingeschlossen. Die jeweiligen Deckungssummen für Personen- oder Sachschäden richten sich jedoch nach den landesüblichen Beträgen. Und diese können deutlich unter den tatsächlich anfallenden Behandlungs- oder Reparaturkosten liegen. Experten raten daher zum Abschluss der sogenannten Mallorca-Police. Denn diese zusätzliche Mietwagenhaftpflichtversicherung stockt den Versicherungsschutz auf das heimische Niveau auf. Wer daheim einen eigenen Wagen und damit eine Kfz-Haftpflicht hat, braucht unter Umständen keine zusätzliche Police. Denn bei vielen Versicherern ist die Mallorca-Police für Mietwagen in der Kfz-Versicherung bereits enthalten – ein Blick in die Versicherungsbedingungen vor dem Urlaub lohnt also.

Reisen mit Zug

Von all den Verkehrsmitteln haben Kinder wahrscheinlich die meiste Bewegungsfreiheit in einem Zug. Oft gibt es außerdem Familienbereiche und Kleinkindabteile. Auch Nachtzüge können aufregend für Kinder sein.

Fliegen mit Baby & Kleinkind

Viele Airlines lassen gesunde Neugeborene ab sieben bis 14 Tagen mitfliegen (teils mit Attest). Medizinisch wird – wenn planbar – häufig ab ca. sechs Wochen empfohlen. Bitte Airline‑Regeln prüfen und ggf. Kinderarzt einbeziehen. Damit der Schlafrhythmus des Kleinkindes nicht gestört wird, kann man auf Nachtflüge zurückgreifen. Kleidung sollte am besten im Zwiebellook getragen werden, da die Temperaturen im Flugzeug häufig schwanken.

Übrigens: Seit dem 01.01.2024 wird ein Kinderreisepass nicht mehr ausgestellt. Je nach Reiseziel braucht Ihr Kind Personalausweis oder biometrischen Reisepass; alte Kinderreisepässe gelten bis zum Ablauf, werden aber nicht überall anerkannt.

Tipps für effizientes und stressfreies Packen

Vielen graut es vor dem Kofferpacken für Babys und Kleinkindern. Aber mit ein bisschen Planung und einer Packliste kann der Stress leicht herausgenommen werden. Je nach Destination, Dauer und Art sieht eine Liste auch ganz anders aus. Im Internet gibt es dazu viele hilfreiche Checklisten zum Ausdrucken und Abhaken. Doch bevor man überhaupt packt, können folgende Tipps einem helfen:

  • Nicht auf den letzten Drücker packen: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und oft werden dann wichtige Dinge vergessen
  • Ruhe bewahren: In Panik zu verfallen, hat noch keinem geholfen. Am besten, Sie bleiben gelassen und notieren sich die Sachen, die sie noch packen müssen. So bleiben Sie organisiert
  • Konzept überlegen: Bevor man alles wild in den Koffer legt, ist es hilfreich, zuerst zu überprüfen, ob auch alle notwendigen Dinge vorhanden sind und sich ein System beim Packen zu überlegen

Mehrpersonentarif für Familien

Viele Versicherer haben sogenannte Mehrpersonentarife im Sortiment. Dadurch wird die Reiseversicherung für Familien oder Paare deutlich günstiger als der Abschluss von Reisepolicen für die Einzelpersonen. So kostet eine jährliche Reisekrankenversicherung für einen Erwachsenen mit weltweitem Versicherungsschutz ab ca. zehn Euro pro Jahr, der Versicherungsschutz für die gesamte Familie ist jedoch schon ab ca. 21 Euro zu haben.

Häufige Fragen

Wie können Kinder unterwegs und am Urlaubsort am besten beschäftigt werden?

Schnell kann es passieren, dass ein gerade noch glückliches Kind plötzlich quengelig wird. Um dem vorzubeugen, ist es daher wichtig, für die nötige Beschäftigung zu sorgen.

Für Kleinkinder könnten folgende Tipps sehr hilfreich sein:

  • (Bilder-)Bücher
  • Reisespiele fürs Handgepäck, wie “Mini-Memory” oder “Uno”
  • Spiele ohne Material, wie “Ich sehe was, was du nicht siehst”, “Ich packe meinen Koffer” oder “Wer bin ich?"
  • Hörspiele
  • Snacks für zwischendurch

Je nach Reiseziel kann es auch gut sein, dass vor Ort in einem Familienhotel nach einer Beschäftigung gesucht wird, zum Beispiel während einer Siesta bei heißen Sonnenstunden.

Hier kann man gut darauf zurückgreifen:

  • Malen nach Zahlen
  • Stickerbücher
  • Rollenspiele mit kleinen Figuren

Urlaub mit Kindern: Was gibt es zu essen?

Im Urlaub ist alles so aufregend, dass Kinder schnell mal vergessen zu essen oder nicht realisieren, dass sie überhaupt Hunger haben. Plötzlich merkt das Kind, dass es essen will, und zwar sofort. Um zu vermeiden, dass das Kind seinen Hunger lautstark kundtut, sollten Sie am besten Ihrem Kind regelmäßig etwas zu essen anbieten.

Geschnittenes Obst, wie Wassermelone oder Banane, eignet sich hervorragend als Snack für zwischendurch und auch rohes Gemüse, wie Karotten und Gurken, kann leicht transportiert werden. In vielen Hotels kann man auch nachfragen, ob man etwas für den Nachwuchs mit einpacken darf.

Außerdem eignet sich der Urlaub ideal dafür, um Neues auszuprobieren - auch beim Essen. Damit Ihr Kind jedoch nicht von den neuen Dingen auf dem Teller abgeschreckt ist, ist es hilfreich, auch etwas Gewohntes anzubieten, das Ihr Kind schon kennt und auch mag.

Was gehört in die Reiseapotheke bei einem Urlaub mit Kindern?

Ob Kurztrip oder Reisen in die Ferne, diese Basisausstattung darf in Ihrer Reiseapotheke nicht fehlen:

  • Medikamente zur Fiebersenkung (Zäpfchen, Tropfen oder Saft)
  • Nasenspray oder Nasentropfen
  • Wund- und Heilsalbe
  • Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden
  • Desinfektionsmittel
  • Mückenschutz
  • Sonnencreme
  • Pinzette
  • Fieberthermometer
  • Zeckenzange
  • Pflaster und Verbandsmaterial

Ab wann darf ein Baby fliegen?

Je nach Airline meist ab sieben bis 14 Tagen (teilweise mit Attest). Kinderärzte und Kinderärztinnen raten – wenn es planbar ist – etwa ab sechs  Wochen. Regeln unbedingt bei der Airline prüfen.

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