Versicherungen für Studierende: Den Überblick behalten beim Studienstart
Erstes Semester, erste eigene Wohnung: Mit dem Auszug bei Mama und Papa ändert sich nicht nur die Adresse. Neuer Nebenjob, Umzug in eine andere Stadt – vielleicht sogar in die erste eigene Wohnung. All das hat auch Auswirkungen auf den Versicherungsschutz.
In diesem Magazinartikel steht, was sich alles ändert. Erfahren Sie, an welche Versicherungen Studierende denken sollten. Informieren Sie sich hier über Ihre Möglichkeiten.
Welche Versicherungen sind für Studenten wichtig?
Ein neues Notebook oder Tablet, das richtige Buch zur Vorlesung oder der Eintritt für die Semestereinstiegsparty: So ein Studentenleben kann ganz schön aufregend sein – und manchmal eben auch ziemlich kostspielig. Kaum sind die Abi-Prüfungen vorbei, bereiten sich viele junge Menschen auf ihre Studienzeit vor. Mehr als drei Millionen Studierende gab es laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts im vergangenen Wintersemester, Tendenz steigend.
Doch was bedeutet der Studienstart für die eigene Absicherung? Neben Studienplatz- und Wohnungssuche sollten sich Studienanfänger*innen auch für einen Check des eigenen Versicherungsschutzes Zeit nehmen. Was es in Sachen Krankenversicherung, Haftpflichtschutz oder Berufsunfähigkeits-Absicherung für Uni-Anfänger*innen zu beachten gilt, verrät der BarmeniaGothaer Artikel. Er klärt über alle wichtigen Versicherungsfragen auf.
Krankenversicherung und Privathaftpflichtversicherung für Studierende
Die Krankenversicherung: Familienversichert oder privat?
Wer an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule studieren will, muss bereits zur Immatrikulation den Nachweis erbringen, dass sie oder er kranken- und pflegeversichert ist. Über die Eltern oder Ehepartner*in können Studierende grundsätzlich bis zum Alter von 25 Jahren familienversichert bleiben. Spätestens danach müssen sie aber eigene Beiträge an die Krankenkasse zahlen. Studierende können sich sogar privat versichern. Wer Wert auf private Behandlung bei Ärztinnen und Ärzten sowie im Krankenhaus legt, kann sich für die Dauer des Studiums von der Pflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung befreien lassen. Der Antrag muss dann aber zügig innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse gestellt werden. Selbst wer Kassenmitglied bleiben will, muss nicht auf private Leistungen verzichten.
Eine private Krankenzusatzversicherung für Studierende, die Versorgungslücken der Kassen schließt, ist allemal ratsam – und das nicht nur für Studierende. Je früher die Zusatzpolice abgeschlossen wird, je günstiger sind übrigens die Beiträge. Viele Zusatzversicherungen schützen auch bei Auslandsreisen. So stünde auch den bei Studierenden so beliebten Rucksack-Reisen nichts im Wege.
Privathaftpflicht: Meistens über die Eltern geschützt
Die private Haftpflichtversicherung ist – so sehen es alle Expert*innen – eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt. Auch wenn sie nicht verpflichtend abzuschließen ist, gilt sie als unverzichtbares Muss im Versicherungsordner. Denn selbst verursachter Schaden kann im Extremfall Millionenkosten verursachen. Die gute Nachricht: Die Eltern sichern mit ab – sofern sie eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Dann ist unter bestimmten Voraussetzungen auch der Nachwuchs in der Ausbildung mitversichert. Eine eigene Haftpflichtversicherung macht also für Auszubildende oder Studierende keinen Sinn. Denn Schäden werden bei einer Doppelversicherung nicht doppelt bezahlt, sondern nur einmal.
Konkret: Bei der Haftpflichtversicherung ist man als Student*in zum Beispiel bei der BarmeniaGothaer Versicherung bis zum vollendeten 30. Lebensjahr während der Ausbildungszeit mitversichert.
Auslandsversicherung für Studierende
Versicherungsschutz im Auslandsstudium & Erasmus
Wer seinem Lebenslauf den letzten Schliff verpassen will, für den ist ein Auslandsstudium genau das Richtige. Dabei kommen viele Dinge auf einen zu, wie:
- WG-Zimmer-Suche
- Sprachkurs
- Anerkennung von Studienleistungen
Doch bei dem ganzen Trubel kommt leider ein anderes Thema manchmal zu kurz: der im Ausland nötige Versicherungsschutz. Bei einem ins Studium integrierten Auslandssemester sind Studierende in vielen Regionen über die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland versichert. Dies gilt in:
- der EU
- Liechtenstein
- Norwegen
- Schweiz
In diesem Fall sind Sie weiterhin an Ihrer deutschen Hochschule eingeschrieben.
Dauert das Studium im Ausland länger als sechs Monate, so benötigen Sie eine Auslandskrankenversicherung. Dies gilt auch, wenn Sie auf eigene Faust studieren. Auf jeden Fall braucht man Letztere bei einem Studium außerhalb Europas. Denn hier greift die gesetzliche Krankenversicherung nicht. Die günstige Reisekrankenversicherung gilt in der Regel nur bis zu sechs Wochen.
Die Höhe der Beiträge differiert von Staat zu Staat. Sie hängt im Wesentlichen vom Standard im jeweiligen Land ab. Vor allem in Kanada und den USA sind medizinische Behandlungen oft erheblich teurer als in Deutschland. Daher sind diese beiden Länder bei vielen Versicherungsangeboten grundsätzlich ausgeschlossen. So sind sie nur gegen Extratarife zu haben. Wer genau weiß, dass er länger im Ausland bleiben will, sollte schon beim Abschluss auf einer Vertragsdauer bestehen, die in etwa dem Aufenthaltszeitraum entspricht.
Berufsunfähigkeitsversicherung und Hausratversicherung für Studierende
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Warum der frühe Einstieg lohnt
Nur mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) haben Sie Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente. Auf staatliche Absicherung sollten Studierende sich nicht verlassen. Denn wer nach 1961 geboren wurde, hat keinen Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Sie erhalten lediglich eine Erwerbsminderungsrente. Sie kann die Lebenshaltungskosten in der Regel jedoch nicht decken. Dass Sie als Student*in in der Regel noch keinem Beruf nachgehen, sollte Sie nicht vor dem Abschluss einer BU abschrecken. Oft gibt es bereits einen Schutz gegen Erwerbsunfähigkeit. Teilweise wird der angestrebte Beruf erst im Laufe des Studiums zum Maßstab und die Erwerbsunfähigkeits- zur Berufsunfähigkeitsversicherung. In jedem Fall gilt: Je früher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, desto besser.
Der Preis der Versicherung hängt insbesondere von folgenden Faktoren ab:
- Eintrittsalter
- Vereinbarter Rentenhöhe
- Gesundheitszustand
Dadurch zahlen junge Leute in der Regel niedrigere Beiträge als ältere Personen und bekommen leichter einen Vertrag. Achten Sie beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auf eine Nachversicherungsgarantie. Damit können sie Ihre Berufsunfähigkeitsrente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Etwa sobald sich Ihre Lebensumstände zum Beispiel durch Heirat, Kinder oder Immobilienerwerb ändern.
Hausratversicherung für WG und Studentenwohnheim
Auch der Umzug ins Wohnheim, die Wohngemeinschaft oder die eigene Studentenbude steht an. Erstsemestrige sollten sich dabei über den Wert ihres Hab und Guts Gedanken machen. Auch die Ein-Zimmer-Wohnung beherbergt schon ein kleines Vermögen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Computer
- Fernseher
- CDs
- Garderobe
- und vieles mehr
Wird es zerstört oder entwendet, ist die Wiederbeschaffung für Studierende ohne Finanzpolster kaum tragbar. Eine Hausratversicherung schützt gegen finanzielle Folgen wie:
- Feuer
- Leitungswasser
- Sturm
- Hagel
- Einbruchdiebstahl
- oder Vandalismus nach einem Einbruch
Grundsätzlich genießen Studierende Versicherungsschutz über die Hausratversicherung der Eltern. Dies gilt, solange der erste Wohnsitz noch bei den Eltern ist und er vorübergehend zum Studieren verlassen wird. Dies nennt man Außenversicherung. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich kurz bei der Beraterin oder dem Berater der Eltern zu erkundigen.
Fazit
An der Uni öffnet sich für viele eine völlig neue Welt. Umso wichtiger ist dabei die passende Studenten-Versicherung. So halten Sie den Kopf für die wirklich wichtigen Dinge frei. Zum Glück bleiben Studierende in vielen Bereichen über die Eltern versichert – und die anderen Policen sind noch zu günstigen Preisen zu haben.
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