Eltern werden: Wie viel kostet ein Kind?
Mit welchen Kosten sollte man vor der Geburt rechnen?
Sie können es kaum erwarten, das erste Lächeln Ihres kleinen Babys zu sehen. Dennoch sollten Sie einen nüchternen Blick auf Zahlen und Fakten werfen. Die Erstausstattung ist eine der größten Anfangsinvestitionen. Aktuelle Studien und Marktbeobachtungen zeigen realistische Werte von 3.000 bis 5.000 Euro für komplette Erstausstattung (Kinderwagen, Bett, Kleidung, Sicherheit, Pflege). Hier sind ein paar Preisbeispiele:
- Kinderwagen: 500 bis 900 Euro
- Babyschale / Autokindersitz: 150 bis 300 Euro
- Babybett und Matratze: 200 bis 450 Euro
- Wickeltisch und Zubehör: 150 bis 300 Euro
- Erstkleidung: 150 bis 300 Euro
- Technik (Babyphone, Sterilisator etc.): 80 bis 250 Euro
Tipp: Second-Hand spart bis zu 60 Prozent.
Wie viel kostet ein Kind bis zum 10. Lebensjahr?
Ein Kleinkind bis zum 6. Geburtstag kostet rund 500 Euro im Monat bzw. 6.000 Euro im Jahr. Hierzu zählen bei Babys Kosten für Nahrung, Windeln und Pflegeprodukte sowie für Kleidung. Etwas später kommen Spielsachen, Mitgliedsbeiträge für Sportvereine oder Instrumente hinzu. Zusätzlich fallen Betreuungskosten an. Diese liegen bei einem Krippenplatz je nach Wohnort bei etwa 400 Euro im Monat, bei einer Kindertagesstätte oder einem Kindergarten bei rund 250 Euro.
Werden Babys die ersten Monate voll gestillt, können bis zu 50 Euro im Monat für Babynahrung gespart werden.
Je älter das Kind wird, desto höher sind die monatlichen Kosten. Neben Kosten für die Nahrung, Kleidung und den Schulbedarf hat das Kind gegebenenfalls ein teures Hobby, Klassenausflüge stehen an und auch der Urlaub wird mit steigendem Alter teurer. Zusätzlich werden Smartphones, Tablets, Spielekonsolen oder andere Gadgets interessant. Durchschnittlich betragen die Kosten für ein Grundschulkind rund 780 Euro im Monat.
Wie viel kostet ein Kind im Monat, bis es 18 Jahre alt wird?
Besonders mit dem Beginn der Pubertät steigen die monatlichen Kosten erneut an. Smartphones, Konsolen und angesagte Klamotten werden wichtiger. Zudem fallen viele Ausgaben jetzt zum ersten Mal an, zum Beispiel für den Auto- oder Moped-Führerschein oder den ersten eigenen Urlaub mit Freunden. Auch indirekte Kosten, wie höhere Wasser- und Lebensmittelkosten können eine Rolle spielen. Des Weiteren machen sich in dieser Zeit viele Eltern Gedanken um die Finanzierung der kommenden Ausbildung und beginnen, für ihre Kinder zusätzlich Geld anzusparen. Die monatlichen Kosten für Teenager bis zum 18. Geburtstag betragen durchschnittlich etwa 900 Euro, im Jahr etwa 11.000 Euro.
Wie viel kostet ein Kind in Ausbildung und Studium?
Bis zum Ende der ersten Ausbildung sind auch junge Erwachsene in der Regel noch auf die Unterstützung durch ihre Eltern angewiesen. Gesetzlich sind Eltern sogar dazu verpflichtet, für den Unterhalt der ersten Ausbildung zu sorgen. Dabei erhalten sie aber auch noch Kindergeld.
Wie viel Kosten dabei entstehen, hängt von vielen Faktoren ab. Bleibt der Studierende oder Auszubildende weiterhin zu Hause wohnen, können beispielsweise die Kosten für die eigene Wohnung gespart werden. Des Weiteren gibt es große Unterschiede bei den Ausbildungsgebühren. Während in vielen Ausbildungsberufen ein Ausbildungsgehalt gezahlt wird, fallen für Studium und einige wenige Ausbildungen, wie zum Beispiel die Ausbildung zum Heilpraktiker, Gebühren und Beiträge an. Das Einkommen der jungen Erwachsenen kann also stark schwanken. Grundsätzlich gilt: Sobald das Kind über eigenes Einkommen verfügt, müssen Eltern weniger zahlen. Zum eigenen Einkommen zählen neben dem Ausbildungsgehalt oder Nebenjobs im Studium auch BAföG-Zahlungen, Kindergeld und Stipendien.
Laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks sollten Kinder und Eltern mit Lebenshaltungskosten während des Studiums von etwa 900 Euro pro Monat rechnen. Für ein Studium von zehn Semestern kommen so schnell über 50.000 Euro zusammen.
Nochmal Nachwuchs: Was, wenn sich die Familie vergrößert?
Je mehr Familienmitglieder eine Familie hat, desto weniger Ausgaben pro Kopf entstehen. Die Kosten sinken im Durchschnitt, da beispielsweise ein Teil der Grundausstattung meist nur für das Erstgeborene angeschafft wird und beim nächsten Nachwuchs wiederverwendet werden kann.