Wie viel kostet ein Kind? Familienplanung und Finanzen im Griff

Ein gemeinsames Kind ist der Wunsch vieler Paare oder auch Alleinstehender und gehört für viele zur Lebensplanung dazu. Doch ein Kind kostet auch eine Menge Geld. Aber wie viel Geld ist es genau? Mit welchen Ausgaben müssen Eltern vor der Geburt und bis zum 18. Lebensjahr des Kindes rechnen? Antworten zu Ihren Fragen finden Sie im Folgenden.

Eltern werden: Wie viel kostet ein Kind?

Mit welchen Kosten sollte man vor der Geburt rechnen?

Sie können es kaum erwarten, das erste Lächeln Ihres kleinen Babys zu sehen. Dennoch sollten Sie einen nüchternen Blick auf Zahlen und Fakten werfen. Die Erstausstattung ist eine der größten Anfangsinvestitionen. Aktuelle Studien und Marktbeobachtungen zeigen realistische Werte von 3.000 bis 5.000 Euro für komplette Erstausstattung (Kinderwagen, Bett, Kleidung, Sicherheit, Pflege). Hier sind ein paar Preisbeispiele:

  • Kinderwagen: 500 bis 900 Euro
  • Babyschale / Autokindersitz: 150 bis 300 Euro
  • Babybett und Matratze: 200 bis 450 Euro
  • Wickeltisch und Zubehör: 150 bis 300 Euro
  • Erstkleidung: 150 bis 300 Euro
  • Technik (Babyphone, Sterilisator etc.): 80 bis 250 Euro

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Wie viel kostet ein Kind bis zum 10. Lebensjahr?

Ein Kleinkind bis zum 6. Geburtstag kostet rund 500 Euro im Monat bzw. 6.000 Euro im Jahr. Hierzu zählen bei Babys Kosten für Nahrung, Windeln und Pflegeprodukte sowie für Kleidung. Etwas später kommen Spielsachen, Mitgliedsbeiträge für Sportvereine oder Instrumente hinzu. Zusätzlich fallen Betreuungskosten an. Diese liegen bei einem Krippenplatz je nach Wohnort bei etwa 400 Euro im Monat, bei einer Kindertagesstätte oder einem Kindergarten bei rund 250 Euro.

Werden Babys die ersten Monate voll gestillt, können bis zu 50 Euro im Monat für Babynahrung gespart werden.

Je älter das Kind wird, desto höher sind die monatlichen Kosten. Neben Kosten für die Nahrung, Kleidung und den Schulbedarf hat das Kind gegebenenfalls ein teures Hobby, Klassenausflüge stehen an und auch der Urlaub wird mit steigendem Alter teurer. Zusätzlich werden Smartphones, Tablets, Spielekonsolen oder andere Gadgets interessant. Durchschnittlich betragen die Kosten für ein Grundschulkind rund 780 Euro im Monat.

Wie viel kostet ein Kind im Monat, bis es 18 Jahre alt wird?

Besonders mit dem Beginn der Pubertät steigen die monatlichen Kosten erneut an. Smartphones, Konsolen und angesagte Klamotten werden wichtiger. Zudem fallen viele Ausgaben jetzt zum ersten Mal an, zum Beispiel für den Auto- oder Moped-Führerschein oder den ersten eigenen Urlaub mit Freunden. Auch indirekte Kosten, wie höhere Wasser- und Lebensmittelkosten können eine Rolle spielen. Des Weiteren machen sich in dieser Zeit viele Eltern Gedanken um die Finanzierung der kommenden Ausbildung und beginnen, für ihre Kinder zusätzlich Geld anzusparen. Die monatlichen Kosten für Teenager bis zum 18. Geburtstag betragen durchschnittlich etwa 900 Euro, im Jahr etwa 11.000 Euro.

Wie viel kostet ein Kind in Ausbildung und Studium?

Bis zum Ende der ersten Ausbildung sind auch junge Erwachsene in der Regel noch auf die Unterstützung durch ihre Eltern angewiesen. Gesetzlich sind Eltern sogar dazu verpflichtet, für den Unterhalt der ersten Ausbildung zu sorgen. Dabei erhalten sie aber auch noch Kindergeld.

Wie viel Kosten dabei entstehen, hängt von vielen Faktoren ab. Bleibt der Studierende oder Auszubildende weiterhin zu Hause wohnen, können beispielsweise die Kosten für die eigene Wohnung gespart werden. Des Weiteren gibt es große Unterschiede bei den Ausbildungsgebühren. Während in vielen Ausbildungsberufen ein Ausbildungsgehalt gezahlt wird, fallen für Studium und einige wenige Ausbildungen, wie zum Beispiel die Ausbildung zum Heilpraktiker, Gebühren und Beiträge an. Das Einkommen der jungen Erwachsenen kann also stark schwanken. Grundsätzlich gilt: Sobald das Kind über eigenes Einkommen verfügt, müssen Eltern weniger zahlen. Zum eigenen Einkommen zählen neben dem Ausbildungsgehalt oder Nebenjobs im Studium auch BAföG-Zahlungen, Kindergeld und Stipendien.

Laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks sollten Kinder und Eltern mit Lebenshaltungskosten während des Studiums von etwa 900 Euro pro Monat rechnen. Für ein Studium von zehn Semestern kommen so schnell über 50.000 Euro zusammen.

Nochmal Nachwuchs: Was, wenn sich die Familie vergrößert?

Je mehr Familienmitglieder eine Familie hat, desto weniger Ausgaben pro Kopf entstehen. Die Kosten sinken im Durchschnitt, da beispielsweise ein Teil der Grundausstattung meist nur für das Erstgeborene angeschafft wird und beim nächsten Nachwuchs wiederverwendet werden kann.

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Staatlichen Leistungen für Eltern

Familien mit Kindern stehen verschiedene Leistungen zu, um sie finanziell zu entlasten und zu unterstützen. Verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, welche staatlichen Hilfen für Sie und Ihre Familie in Frage kommen.

Kindergeld: Dies soll die grundlegende Versorgung Ihres Kindes von der Geburt bis mindestens zum 18. Geburtstag sichern. Vor allem Familien mit kleinen bis mittleren Einkommen profitieren vom Kindergeld. Kindergeld können deutsche Staatsangehörige, die in Deutschland leben, bekommen. Unter bestimmten Bedingungen können auch ausländische Staatsangehörige, die in Deutschland leben oder deutsche Staatsangehörige, die im Ausland leben, Kindergeld erhalten. Das Geld erhalten in der Regel die Eltern oder Adoptiveltern. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es auch an Stiefeltern, Pflegeeltern sowie Geschwister oder Großeltern ausgezahlt werden. Ist Ihr Kind arbeitslos und als arbeitssuchend gemeldet, können Sie bis zum 21. Geburtstag Ihres Kindes Kindergeld erhalten. Bis zum 25. Geburtstag erhalten Sie Kindergeld, wenn Ihr Kind sich in der ersten Ausbildung - Berufsausbildung, Studium oder anerkannter Freiwilligendienst - befindet. Kindergeld können Sie bei der zuständigen Familienkasse Ihres Wohnortes beantragen.

Elterngeld: Dies gleicht fehlendes Einkommen aus, beispielsweise, wenn Sie nach der Geburt Ihre beruflichen Tätigkeiten unterbrechen oder einschränken. Das Elterngeld soll es Ihnen ermöglichen, Ihr Kind zu erziehen und zu betreuen. Sowohl Mütter als auch Väter können Elterngeld erhalten, wenn sie ihr Kind betreuen und selbst erziehen, mit ihrem Kind in einem gemeinsamen Haushalt wohnen, in Deutschland leben und gar nicht oder nicht mehr als 32 Stunden pro Woche arbeiten. Die Höhe der finanziellen Unterstützung richtet sich nach dem Nettoeinkommen, das Sie vor der Geburt verdient haben, sowie dem Nettoeinkommen, welches Sie während der Elternzeit erhalten werden. Die Differenz dieser beiden Summen bestimmen die Höhe des Elterngeldes. Das Elterngeld wird bei der Elterngeldstelle des jeweiligen Wohnsitzes beantragt und kann maximal bis zum 14. Lebensmonat (Basiselterngeld) bzw. zum 32. Lebensmonat (ElterngeldPlus oder Partnerschaftsbonus) bezogen werden.

Tipp: Beantragen Sie das Elterngeld spätestens drei Monate nach der Geburt, da das Amt für nur maximal drei Monate rückwirkend zahlt.

Mutterschaftsleistungen: Diese sichern Ihr Einkommen, wenn Sie aufgrund der Mutterschutzfristen oder eines Beschäftigungsverbots während Ihrer Schwangerschaft oder nach der Geburt nicht arbeiten dürfen. Für das Mutterschaftsgeld ist entweder die gesetzliche Krankenkasse oder das Bundesamt für Soziale Sicherung zuständig. Wo Sie die Unterstützung beantragen müssen, hängt von Ihrem Versicherungsstatus und Ihrem Beschäftigungsverhältnis ab.

Steuerentlastung: Haben Sie Kinder, können Sie für diese Freibeträge erhalten: den Kinderfreibetrag und den Freibetrag für Erziehungs-, Betreuungs- oder Ausbildungsbedarf. Besonders bei höherem Einkommen lohnt sich der Freibetrag. Unterhaltskosten für das Kind können Sie von der Steuer absetzen. Das gilt jedoch nur, wenn weder Vater noch Mutter für das Kind Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten. So ist es in den meisten Fällen nur möglich, Unterhaltskosten an volljährige Kinder bei der Steuererklärung anzugeben.

Fazit

Realistisch müssen Eltern heute rechnen mit:

  • 3.000 bis 5.000 Euro Erstausstattung
  • 250 bis 400 Euro Betreuungskosten (je nach Alter und Region)
  • 680 bis 950 Euro monatlich, je nach Alter
  • 150.000 bis 165.000 Euro Gesamtkosten bis zum 18. Lebensjahr

Die Zahlen zeigen: Kinder kosten – aber Investitionen in Bildung, Betreuung und gute Lebensbedingungen sind Investitionen in die Zukunft.

Häufige Fragen

Wofür geben Eltern monatlich am meisten Geld für ihre Kinder aus?

Zu den größten Kostenfaktoren bei Babys und Kleinkindern zählen die Windeln. Eltern sollten ca. 30 bis 50 Euro monatlich für Einwegwindeln einplanen. Hinzu kommen die Kosten für die Kinderbetreuung. Hier zahlen Eltern durchschnittlich etwa 1.300 Euro im Jahr.

Wohnkosten, Nahrung und Kleidung sind zudem hohe Kostenfaktoren. Auch Schulmaterialien, Taschengeld, Handyverträge und Kosten für Kultur und Unterhaltung spielen eine Rolle. Diese müssen sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Kindern berücksichtigt werden.

In der Regel gilt: Je älter das Kind wird, desto höher sind die monatlichen Ausgaben der Eltern.

Welche finanziellen Leistungen gibt es für Studierende mit Kind?

Ein Studium mit Kind gestaltet sich aus finanzieller Sicht als besonders schwierig. Schwangere Studentinnen können ab der 13. Schwangerschaftswoche beim zuständigen Jobcenter einen Antrag auf schwangerschaftsbedingten Mehrbedarf für Medikamente und Lebensmittel stellen (§ 21 Abs. 2 SGB II). Hierfür muss ein kompletter Arbeitslosengeld-II-Antrag ausgefüllt werden - es ist allerdings ratsam, ein gesondertes Schreiben hinzuzufügen, in dem ausdrücklich ausschließlich der Mehrbedarf beantragt wird. Denn Studierende haben in der Regel keinen Anspruch auf ALG II.

Ebenso können schwangere Studierende einmalige Leistungen beantragen. Diese sind beispielsweise Umstandskleidung, eine Babyerstausstattung oder ein Kinderwagen und ein Kinderbett.

Kindergeld können studierende Eltern nicht nur für das entsprechende Kind, sondern auch für sich selbst beanspruchen, sofern sie noch keine 25 Jahre alt sind. Familien mit geringem Einkommen können zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld auch einen Kinderzuschlag beantragen. Dieser wird auf das Kindergeld angerechnet. Auch haben Studierende nach der Geburt eines Kindes Anspruch auf Elterngeld. Studierende, die bereits BAföG beziehen, sollten darauf achten, das Studium nicht länger als drei Monate zu unterbrechen, da man ansonsten in der Regel keinen Anspruch mehr auf BAföG hat.

An welchen Stellen kann man besonders gut sparen?

Je älter die Kinder werden, desto mehr Geld wird in der Regel für sie ausgegeben. Laut Statistischem Bundesamt sind es etwa 148.000 Euro, die eine Familie für ein Kind bis zum 18. Geburtstag ausgibt. Im Folgenden finden Sie Tipps, wie und wo Sie beim Großziehen der Kinder sparen können.

Kleidung: Diese muss nicht immer neu erworben werden oder teuer sein. Verzichten Sie besonders bei Kleinkindern auf Markenklamotten und stöbern Sie auf Flohmärkten - online oder vor Ort. Haben Sie bereits ein Kind und planen ein Weiteres, werfen Sie getragene Kleidung nicht weg, sondern heben Sie sie lieber auf - der Zuwachs kann sie ebenfalls noch tragen.

Führen Sie ein Haushaltsbuch und prüfen Sie regelmäßig Ihre Ausgaben. Anhand des Haushaltsbuches können Sie sehen, wofür Sie das meiste Geld ausgeben und überlegen, wie Sie in diesem Bereich Geld sparen können.

Bevor Sie einkaufen gehen, vergleichen Sie die Preise, um so möglichst günstige und dennoch hochwertige Lebensmittel und Produkte für den täglichen Bedarf zu kaufen. Kaufen Sie regional und saisonal - denn Obst und Gemüse mit kurzen Transportwegen in der Saison können deutlich günstiger sein.

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