Nein, es wird empfohlen, dass Babys in den ersten Monaten auf dem Rücken statt dem Bauch schlafen, um das ungehinderte Heben und Senken des kleinen Brustkorbs zu ermöglichen. Auch bleiben Mund und Nase auf dem Rücken frei. Schläft es hingegen auf dem Bauch, werden, auch bei seitlicher Kopflage, Teile des Mundes und der Nase Ihres Babys in die Matratze gedrückt und verhindern das freie Atmen. In der Bauchlage kann es außerdem vorkommen, dass Ihr Baby auf seinem Gesicht liegt. Hat es beim Schlafen dann gespuckt, kann es in den ersten Monaten seinen Kopf noch nicht allein heben oder drehen und läuft so Gefahr zu ersticken.
Erstickungsgefahr bei Babys: Was Sie wissen sollten
Die Erstickungsgefahr bei Babys ist ein wichtiges Thema für Eltern. Sie stellt eine ernsthafte Bedrohung für Ihren kleinen Nachwuchs dar. Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, wie Sie das Risiko minimieren können, um die Sicherheit Ihres Kindes zu gewährleisten.
- Die Gefahr des Erstickens bei Babys kann in verschiedenen Situationen auftreten. Dazu gehören vor allem: beim Essen, beim Schlafen und wenn kleine Gegenstände in den Mund gesteckt werden
- Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet, da sie nicht selbstständig in der Lage sind, Gefahren zu erkennen und für ihre eigene Sicherheit zu sorgen
- Atmet Ihr Baby als würde es ersticken, sollten Sie im Notfall in der Lage sein, Erste Hilfe zu leisten
Warum besteht bei Babys und Kleinkindern so schnell Erstickungsgefahr?
Babys und Kleinkinder sind besonders anfällig für Erstickungsgefahren, da sie nicht in der Lage sind, potenzielle Gefahren zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Der natürliche Erkundungsdrang führt dazu, dass vor allem Babys allerlei Gegenstände in ihren Mund nehmen, auch wenn diese so klein sind, dass sie leicht verschluckt werden können. Schluckreflex und Atemwege sind bei Kleinkindern und Säuglingen außerdem noch nicht völlig ausgereift, wodurch das Risiko, etwas zu verschlucken und damit die Atemwege zu blockieren, erhöht ist.
Die größte Erstickungsgefahr herrscht bei Säuglingen
Kann ein Baby im Schlaf ersticken?
Ja, Säuglinge können theoretisch im Schlaf ersticken. Im Bettchen können folgende Situationen zu Gefahren werden:
Zulegen der Atemwege: Ihr Baby sollte niemals mit Kopfkissen und dicken oder großen Decken schlafen. Diese können leicht über den Kopf rutschen und damit die Atmung verhindern. Auch sollten Gegenstände wie Spielzeuge, Stofftiere, Schmusetücher oder Windeln nicht im Bettchen liegen. Am besten eignen sich Schlafsäcke und eine Matratze, in die Ihr Kleinkind nicht einsinken kann.
Strangulation: Befestigen Sie keine Schnüre, Kordeln oder Bänder am Bett und verzichten Sie auf lose beziehungsweise hängende Stoffe wie Gardinen oder Moskitonetze. Somit wird verhindert, dass Ihr Kind sich versehentlich am Hals zuschnürt.
Einklemmen in Zwischenräumen: Vergewissern Sie sich, dass die Schlafmatratze nicht verrutschen kann. So gehen Sie sicher, dass Ihr Säugling nicht in den Zwischenraum von Matratze und Bett stecken bleibt. Falls das Bettchen Gitterstäbe besitzt, sollten die Abstände zwischen diesen nicht zu groß sein, damit Ihr Kind sich das Köpfchen nicht einklemmen kann.
Welche Erstickungsgefahr herrscht bei Babys beim Verschlucken?
Man spricht vom Verschlucken, wenn Nahrung oder ein Fremdkörper in der Speiseröhre stecken bleibt. Babys sind beim Verschlucken nicht in der Lage, effektiv aufzustoßen, da sich der Schluck-und Hustenreflex noch nicht entwickelt hat. Besonders gefährlich sind hierbei Gegenstände und Nahrungsmittel, die rund sind und eine glatte Oberfläche besitzen, da sie leicht in den Hals rutschen können. Hierzu zählen Spielsachen wie Murmeln, Knöpfe, Münzen oder Spielzeuge wie kleine Legosteine, aber auch Essen wie Trauben oder Nüsse.
Erste Hilfe bei der Erstickungsgefahr von Babys
Typischen Gefahrensituationen vorbeugen
Wenn Ihr Baby oder Kleinkind in Not gerät, ist schnelles Handeln gefragt. Die folgenden Maßnahmen können Ihnen dabei helfen, typischen Gefahrensituationen vorzubeugen und im Notfall richtig zu handeln.
Die größte Gefahr für Säuglinge zu ersticken, herrscht während des Schlafens. Zunächst sollten Sie es vermeiden, mit Ihrem Säugling im selben Bett zu schlafen. Es besteht die Gefahr, dass das Kind im Schlaf erdrückt beziehungsweise durch Kissen oder Decken die Atmung verhindert wird. Säuglinge sollten in einem eigenen Bettchen auf einer geeigneten Matratze schlafen, ohne Kissen, Stofftiere oder Schmusetüchern. Außer Ihrem Nachwuchs sollte nichts Weiteres im Bettchen beim Schlafen vorhanden sein, um das Verschlucken von Gegenständen zu vermeiden. Eine weitere typische Gefahrensituation stellt das Essen dar. Wenn Sie beginnen, Ihrem Kleinkind feste Nahrung zu geben, sollten Sie darauf achten, dass Nahrungsmittel wie Obst oder Gemüse weitgehend zerdrückt/püriert werden. Je kleiner, runder, härter und glatter ein Lebensmittel ist, desto höher ist das Risiko, dass Ihr Kind sich daran verschluckt. Lebensmittel wie Samen, Nüsse, Babykarotten, Äpfel, Granatapfelkerne und Weintrauben stehen ganz oben auf den Listen der Erstickungsgefahr, da sie schwer im Mund zu handhaben sind und leicht in die Atemwege gelangen können. Lassen Sie Ihr Baby beim Essen nicht aus den Augen und seien Sie besonders achtsam, dass Ihre Kinder keine kleinen Gegenstände in den Mund nehmen.
Atemnot: Erste-Hilfe-Maßnahmen für Säuglinge und Kleinkinder
Im Fall, dass Ihr Kind plötzlich hustet, würgt, ein pfeifendes Atemgeräusch von sich gibt oder unruhig ist, ist schnelles Handeln gefragt. Wichtig: Ersticken kann auch oft ohne erkennbare Anzeichen oder Geräusche auftreten. Schlagen Sie kräftig zwischen den Schulterblättern auf den Rücken Ihres Kindes, während sein Oberkörper nach vorne gebeugt ist. War die Rückenklopfmethode erfolglos, können Sie den Heimlich-Handgriff anwenden. Positionieren Sie sich hierfür hinter dem Kind und setzen Sie Ihre Faust in den Bereich zwischen den Rippenbögen und dem Brustbein auf den weichen Oberbauch. Gleichzeitig umschließen Sie Ihr Handgelenk mit der anderen Hand. Üben Sie nun fünfmal kräftig Druck auf den oberen Bauch aus. Wichtig: Der Griff sollte nur bei Kindern angewendet werden, die das erste Lebensjahr bereits vollendet haben.
In jedem Fall gilt: Rufen Sie sofort den Notruf unter 112 an.
Häufige Fragen
Darf mein Baby in den ersten Monaten auf dem Bauch schlafen?
Bis zu welchem Alter ist die Erstickungsgefahr bei Babys und Kleinkindern am höchsten?
Das Risiko der Atemwegsobstruktion, also die Verengung der Atemwege, bei Babys und Kleinkindern ist am höchsten zwischen dem sechsten und 18. Lebensmonat. In diesem Alter beginnen Babys, sich für feste Nahrung zu interessieren und aktiv ihre Umgebung (häufig mit dem Mund) zu erkunden. Daher ist es wichtig, dass Ihnen bewusst ist, welche Nahrungsmittel und Fremdkörper zum Verschlucken führen können, um diese Situationen weitgehend zu vermeiden.
Was dürfen Babys essen, um Verschlucken und Ersticken vorzubeugen?
Um das Risiko von Verschlucken oder Ersticken bei Babys zu minimieren, ist es wichtig, dass sie nur Nahrung bekommen, die ihrem Alter und ihrer Entwicklungsstufe entspricht.
- 0 bis sechs Monate: Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung
- Sechs bis acht Monate Püriertes Obst und Gemüse, Reis- oder Getreideflocken, weich gekochte Eier
- Acht bis zehn Monate Püriertes oder kleingeschnittenes Fleisch, pürierte Hülsenfrüchte, weiche Käsesorten
- Zehn bis zwölf Monate Gekochtes oder gedämpftes Gemüse, Fingerfood wie weich gekochte Nudeln oder gedünstetes Obst, Vollmilchprodukte wie Joghurt oder Quark
- 12+ Monate Kleingeschnittenes oder zart gekochtes Fleisch oder Fisch, rohes oder gedünstetes Gemüse, Obst in mundgerechten Stücken, Vollkornprodukte
Konsultieren Sie zusätzlich Ihren Kinderarzt, um die richtige Nahrung für Ihr Baby zu finden und halten Sie bei Fragen oder Unsicherheiten Rücksprache.
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