Unfall im Gelände: So handeln Sie richtig

Mit dem Pferd über Stock und Stein, am Strand entlang oder übers Stoppelfeld – es gibt fast nichts Schöneres als einen Ausritt. Trotzdem sollte man immer mit Bedacht "in den Busch“ und auch für einen möglichen Notfall gewappnet sein. Wir erklären Ihnen heute, was Sie tun können, wenn es zu einem Reitunfall im Gelände kommt.

Auf einen Blick: Reitunfall

  • Bewahren Sie Ruhe und verschaffen Sie sich einen Überblick über die Lage
  • Kümmern Sie sich um die verletzte Person und setzen Sie eventuell einen Notruf ab
  • Sichern Sie die Pferde und die Unfallstelle ab

Wer entspannt mit seinem Vierbeiner durchs Gelände reitet, vergisst ganz gerne mal, dass Pferde Fluchttiere sind. Doch auch ein erfahrenes, ruhiges Pferd kann sich erschrecken, wenn beispielsweise:

  • Urplötzlich ein Reh aus dem Dickicht aufschreckt
  • Ein Mountainbiker den Abhang hinunter rast
  • Ein Traktor vorbeifährt

Wer als Reiter*in nicht darauf gefasst ist, kann dann eben auch mal stürzen.

Was tun bei einem Unfall?

In einer Unfallsituation kann es schnell drunter und drüber gehen. Besonders wichtig ist zunächst: Ruhe bewahren! Und dann verschaffen Sie sich schnellstmöglich einen Überblick:

  • Was ist passiert?
  • Sind Menschen und/oder Tiere verletzt?
  • Welche Gefahren bestehen noch: Läuft ein Pferd frei herum, das andere Verkehrsteilnehmer*innen gefährden kann? Ist ein steiler Abhang in der Nähe oder ähnliches?

Werden Sie aktiv:

  • Kümmern Sie sich um verletzte Personen
  • Wählen Sie, wenn notwendig, den Notruf
  • Sichern Sie die Pferde
  • Sichern Sie die Unfallstelle ab bitten Sie eventuell andere Verkehrsteilnehmer*innen um ihre Hilfe
  • Sind mehrere Reiter*innen unterwegs, können die verschiedenen Maßnahmen natürlich gleichzeitig durchgeführt werden

Reiter*in gestürzt: Was tun?

Auch hier gilt zuerst einmal: Ruhe bewahren! Das ist leicht gesagt, aber ein kühler Kopf ist nun einmal die Voraussetzung für das weitere Handeln. Kümmern Sie sich zunächst um die gestürzte Person und schauen Sie, ob sie atmet, ansprechbar, bewusstlos oder verletzt ist.

Rufen Sie eventuell über die 112 den Notruf und stellen Sie sich auf die üblichen ersten Fragen ein:

  • Was ist wo passiert?
  • Wer ist betroffen?
  • Wie ist die Lage?

Achten Sie auch auf mögliche Rückfragen der Leitstelle. Und nicht vergessen: Die Tatsache, dass es sich um einen Reitunfall handelt, ist ebenfalls wichtig, damit die Sanitäter nicht mit Martinshorn zur Unfallstelle fahren.

Falls notwendig, versuchen Sie außerdem:

  • Die verletzte Person in die stabile Seitenlage zu bringen
  • Die Person im Ernstfall zu beatmen
  • Legen Sie ihr, sofern vorhanden, eine Jacke oder Decke über, damit sie nicht auskühlt
  • Sprechen Sie mit der verletzten Person. Lenken Sie sie ab, indem Sie etwas erzählen, bis die Hilfe eintrifft. Auch wenn es die Situation alles andere als leicht macht: Wirken Sie beruhigend ein
  • Halten Sie Kinder mit Hilfe einer erwachsenen Betreuungsperson aus dem unmittelbaren Unfallgeschehen heraus

Pferd verletzt: Was tun?

Versuchen Sie besser nicht, einem davon preschenden Pferd hinterher zu laufen – es ist definitiv schneller als Sie. Kümmern Sie sich zuerst um die verletzte Person. Falls Sie in einer Gruppe unterwegs sind, können andere versuchen, das Pferd einzufangen. Am besten nicht im gestreckten Galopp, sondern in einem ruhigeren Tempo und mit etwas Abstand. Dann wird das Pferd oft langsamer und sieht sich nach den Artgenossen um.

Versuchen Sie ein verletztes Pferd zu beruhigen. Denn Aufregung und Stress machen die Situation nur schlimmer. Bei Pferden ist es oft hilfreich, ihnen etwas zum Fressen anzubieten – das beruhigt und verhindert weitere Bewegung.

Auch ein Tierarzt oder eine Tierärztin sollte verständigt und möglicherweise ein Rücktransport des Tieres organisiert werden. Bis er oder sie eintrifft, können Sie die Ohrspitzen des Vierbeiners mit einer drückenden, kreisenden und nach oben streichenden Bewegung massieren. Dort liegen zahlreiche Akupressurpunkte, die Schmerzen lindern können. Bringen Sie sich aber nicht selbst in Gefahr! Pferde, die Schmerzen oder Angst haben, können unberechenbar reagieren.

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Checkliste für Ihren Ausritt ins Gelände

  • Reithelm
  • Nehmen Sie Ihr Handy mit – am besten natürlich vollständig aufgeladen
  • Gut sichtbare Kleidung und Sicherheitsreitweste
  • Kleine Verbandstasche und Taschenlampe
  • Möglichst nicht allein ausreiten
  • Jemandem vor dem Ausritt erzählen, wo Sie lang reiten
  • Notfalldaten dabeihaben, zum Beispiel Informationen über:
    • Allergien
    • Vorerkrankungen
    • Notfallkontaktpersonen

Ausreiten in einer Gruppe

Mit mehreren Artgenossen im gemächlichen Schritt durch die Natur – nicht nur das Herdentier Pferd fühlt sich dabei besonders wohl. Auch für die Reiter*innen ist das ein tolles Erlebnis. Allerdings ist das Pferd draußen anderen Reizen ausgesetzt als in der Halle. Deshalb sollten auch erfahrene Reiter*innen immer auf eine plötzliche Instinkt-Reaktion gefasst sein. Innerhalb einer Gruppe von Pferden kann es beispielsweise zu Herdenverhalten kommen: Das können Rangeleien um den Platz "ganz vorne“ sein. Oder aber, dass ein panisches Pferd die anderen mit seiner Angst ansteckt.

Der Pferdeführerschein

Reiten - der Kompetenznachweis für sicheres (Aus-)Reiten

Der Pferdeführerschein Reiten (früher Reitpass) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN bietet die Möglichkeit, sich besonders mit dem Reiten im Gelände auseinanderzusetzen. Pflicht ist der Pferdeführerschein Reiten nicht. Er ist aber gerade für reitbegeisterte Menschen, vor allem. diejenigen, die gerne ins Gelände gehen, sicherlich sinnvoll. Während des Lehrgangs werden

  • Die Ethischen Grundsätze und Grundlagen der Pferdegesundheit,
  • Die Vorbereitung des Pferdes zum Reiten (und insbesondere Ausreiten)
  • Der richtige Sitz
  • Verhaltensregeln bei einem Ausritt
  • Erste Hilfe und
  • Der angemessene Umgang mit Umwelt und Natur

abgedeckt. Damit gilt der Pferdeführerschein Reiten als Kompetenznachweis für das sichere Reiten und Ausreiten.

Und sein wir mal ehrlich: Ein Auffrischen des Erste-Hilfe-Kurses kann doch nie schaden – vor allem, wenn er bereits einige Jahre zurückliegt.

Versicherungen für Reiter*innen

Eine private Unfallversicherung kann für Reiter*innen durchaus sinnvoll sein. Denn die gesetzliche Unfallversicherung kommt nicht für Unfälle auf, die in der Freizeit passieren. Und dazu gehört natürlich auch der Ausritt. Die private Unfallversicherung ist dafür da, Folgekosten einer dauerhaften, gesundheitlichen Einschränkung (Invalidität) abzusichern. Dafür wird eine Invaliditätssumme vereinbart und im Leistungsfall ausgezahlt – so können beispielsweise Umbaumaßnahmen finanziert werden. Die Unfallversicherung zahlt nur, wenn die Invalidität Folge eines Unfalls ist. Das bedeutet: Ein Unfall liegt vor, wenn ein plötzlich von außen unfreiwillig auf den Körper einwirkendes Ereignis zu dauerhaften Gesundheitsschäden führt. Auf den Reitsport bezogen kann das zum Beispiel ein Sturz sein, weil das Pferd gescheut hat. Wird dabei das Knie so stark verletzt, dass es kaum noch oder gar nicht mehr belastet werden kann, greift die private Unfallversicherung.

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