Wenn die Katze beißt – Worauf Sie beim Katzenbiss achten sollten
So klein, so lieb, so flauschig, so bissig – manch ein*e Katzenhalter*in hat schon unliebsame Erfahrung mit den spitzen Zähnen der meist so zutraulichen Stubentiger gemacht. Wenn die eigene Katze beißt, wird dies meist als niedliche Eigenheit abgetan – in einigen Fällen steckt jedoch deutlich mehr hinter einem Katzenbiss, als viele Besitzer*innen ahnen.
In unserem Magazin bringen wir daher etwas Licht ins Dunkel und klären auf, was es mit den Bissen Ihres Stubentigers auf sich haben könnte. Wir beleuchten verschiedene Gründe dafür:
- Warum eine Katze beißt
- Was Sie bei einem Katzenbiss tun sollten
- Wie Sie sicherstellen, dass sich ungewollte Bisse Ihrer Katze in Zukunft nicht wiederholen
Warum beißt mich meine Katze?
Sie kommen sonst immer wunderbar mit Ihrer Katze aus und plötzlich schnappen die Zähne zu – wenn die Katze beißt, bleiben viele Besitzer*innen zunächst einmal irritiert zurück. Entscheidend ist dann, die letzte Interaktion mit der Katze kritisch zu hinterfragen: Wurde vielleicht ein Spielverhalten falsch gedeutet? Handelte es sich vielleicht um einen Ausdruck der Zuneigung – den klassischen Liebesbiss der Katze? Oder erfolgte der Biss Ihrer Katze ohne Aggressionen?
Hier haben wir einige typische Szenarien zusammengestellt, in denen manch ein Stubentiger gerne mal die Zähne zeigt.
Katze beißt beim Streicheln
Gerade noch gestreichelt und schon kommt der Biss – das ist durchaus keine Seltenheit. Hier ist in der Regel vom "Petting & Biting Syndrom" die Rede. Der Grund dafür ist denkbar simpel – Ihre Katze beißt beim Streicheln, weil:
- Sie einfach genug hat
- Sie sich gekitzelt fühlt oder
- Sie gerade grundsätzlich keine Lust auf Streicheleinheiten hat
Aber auch ein Kraulen an der falschen Stelle kann die Katze zum Biss animieren. Hierbei handelt es sich einfach um einen Schutzreflex.
Katze beißt beim Kuscheln
Hier ist das Szenario ähnlich gelagert wie beim Streicheln – die Katze beißt, da sie möglicherweise nur Nähe sucht. Aber ohne intensiveren Kontakt zu wollen. Katzenhalter*innen, die sich nichts Böses dabei denken und mit der Katze kuscheln oder sie sogar an sich drücken, können dadurch sehr leicht einen Biss provozieren. Häufig werden hierbei wichtige Warnsignale der Katze übersehen, etwa:
- Ein Katzenbuckel
- Aufgestelltes Fell oder
- Scharf angelegte Ohren
Katze beißt beim Spielen
Betrachten Sie Katzen als kleine, wendige und geschickte Jäger, deren stärkstes Jagdinstrument ihre Zähne sind. Aus diesem Grund sollten Sie vermeiden, dass Ihre Katze Ihren Händen oder Füßen nachjagt. Hierfür gibt es passende Spielzeuge, in die Ihr Stubentiger problemlos seine Zähne schlagen kann (Katzenangel und ähnliches). Wenn Sie diese Grenze nie definieren, kann es durchaus sein, dass Ihre Katze beißt. Ohne sich dabei etwas Böses zu denken.
Katze beißt für mehr Aufmerksamkeit
Ihre Katze beißt in Wade oder Fuß, ohne dass Sie sich überhaupt mit ihr beschäftigt haben? Vielleicht ist gerade dies der Grund dafür – Ihre Katze wünscht sich mehr Aufmerksamkeit. Sie sucht so die Interaktion mit Ihnen als Halter*in. Hier sollten Sie dem Drang widerstehen, augenblicklich mit dem Tier zu spielen – wenn die Katze beißt und bekommt, was sie will, merkt sie sich, dass die Methode offensichtlich funktioniert.
Katze beißt sich selbst
Wenn Ihre Katze sich beißt, braucht das für Sie kein Grund zur Beunruhigung zu sein. In diesem Fall kann es gut sein, dass die Katze sich einfach kratzen möchte oder sie ihre Zähne zur Unterstützung bei der Fellpflege nutzt. Mit Hilfe der Zähnchen kriegt Ihr Stubentiger auch hartnäckigen Staub und und ähnliches aus dem Fell entfernt.
Katzenbisse richtig versorgen
Ganz gleich, wie spielerisch und unschuldig die Absichten Ihrer Fellnase auch sein mögen – einen Katzenbiss, egal an welcher Körperpartie, sollten Sie auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Auch wenn Katzenbisse keinen so schlechten Ruf wie Hundebisse haben, können sie unter Umständen sogar noch gefährlicher für Sie als Katzenhalter*in sein.
Warum Katzenbisse tückisch sind
Die scharfen, langen Zähne unserer Lieblinge erzeugen bei einem Biss tiefe, enge Stichkanäle. Es ist unerheblich, ob die Wunde nach einem Katzenbiss blutet oder praktisch nichts zu sehen ist – über die Stichkanäle können Keime - unter anderem auch mit dem Speichel der Katze - schnell in tiefes Gewebe gelangen und zu Infektionen im Gewebe führen. Erste Anzeichen eines Infektes treten oft innerhalb von sechs bis 24 Stunden auf. Aus diesem Grund sollte ein Katzenbiss lieber früh ärztlich abgeklärt und nicht lange abgewartet werden. Was Sie noch tun sollten, wenn Ihre Katze einmal zugebissen hat, haben wir Ihnen in der folgenden Checkliste zusammengefasst.
Katzenbisse versorgen – Die Checkliste nach dem Katzenbiss
- Spülen Sie die Wunde sofort fünf bis zehn Minuten lang mit Wasser und milder Seife aus
- Die Wunde kurz bluten lassen, dann behutsam trocknen und steril abdecken (Wichtig: nicht aussaugen und keine Salben einbringen)
- Wenn es sich um eine offene Wunde handelt, am besten am selben Tag ärztlich untersuchen lassen - insbesondere wenn sie in Hand-/Gesichts-/Gelenksnähe liegt, sehr tief ist oder eine Immunschwäche vorliegt beziehungsweise Kinder oder Schwangere betroffen sind
- Außerdem sollte der Impfschutz von Halter*in und Tier geklärt werden:
Tetanus: Laut STIKO (Ständige Impfkommission) sollten Erwachsene ihre Tetanus-Impfung alle zehn Jahre auffrischen lassen. Abhängig vom Impfstatus und Wundart wird der Arzt/die Ärztin prüfen, ob eine sofortige Impfung beziehungsweise Tetanus-Immunglobin nötig ist
Tollwut: Deutschland ist zwar seit 2008 frei von Tollwut, ein Risiko besteht jedoch nach einem Biss im Ausland oder durch ein illegal importiertes Tier - Je nach Befund wird ärztlich eine kurzzeitige Antibiotikaprophylaxe empfohlen
- Die Wunde mindestens 48 Stunden lang beobachten und auf folgende Warnzeichen achten: Bei rasch zunehmender Rötung oder Schwellung, einem pochenden Schmerz, Fieber und insbesondere, wenn sich rund um die Wunde rote Streifen bilden, sollten Sie sofort (erneut) Ihren Arzt beziehungsweise Ihre Ärztin aufsuchen
Der Katze das Beißen abgewöhnen - So können Sie vorgehen
Im Idealfall setzen Sie Ihrer Katze daheim schon früh konkrete Grenzen. Zeigen Sie ihr auf, was sie darf und was Sie explizit nicht möchten. Dabei ist es jedoch auch wichtig, dass Sie lernen, Ihre Katze richtig zu lesen. Indem Sie körperliche Warnsignale Ihres Stubentigers richtig deuten:
Positive & negative Bestärkung nutzen: Achten Sie darauf, dass Sie Ihrer Katze möglichst klare Signale senden. So bestärken Sie die Verhaltensweisen, die Sie sich für Ihre Katze wünschen. Liegt die Katze ruhig da und lässt sich streicheln? Hier kann ein Leckerli angebracht sein. Wenn die Katze beißt, muss dementsprechend das genaue Gegenteil erfolgen. Dies kann etwa so aussehen, dass Sie nach einem Katzenbiss einfach wortlos gehen und zunächst ein paar Minuten fortbleiben. Oder Sie nehmen Ihre Hände weg und wechseln zu einer anderen Tätigkeit. Das gibt Ihrer Katze zu verstehen, dass Streicheleinheiten und Bisse keine für sie vorteilhafte Kombination darstellen.
Klare Ansagen machen – mit Augenmaß: Wenn Ihre Katze beißt, sollten Sie darauf so schnell wie möglich mit einem klaren "Halt", "Nein" oder "Stopp" reagieren. Der Ton macht dabei die Musik – formulieren Sie Ihren Unwillen über den Biss kurz, klar und angemessen laut. Sodass Ihre Katze versteht, dass diese offensichtlich negative Reaktion direkt auf ihre Handlung – den Biss – zurückzuführen ist. Bleiben Sie hier konsequent, aber übertreiben Sie es nicht: Eine einzelne Ansage ist völlig ausreichend. Längere Schimpftiraden bieten keinen Mehrwert. Im schlechtesten Fall beginnt Ihre Katze, Ihre Wut mit anderen Handlungen zu verknüpfen. Das könnte dazu führen, dass sie anschließend im Umgang mit Ihnen als Halter*in stark verunsichert ist.
Stressfreie Umgebung für Katzen schaffen: Versuchen Sie nach Möglichkeit, die Umgebung Ihrer Katzen frei von Stressfaktoren zu halten. Diese könnten sonst nämlich Ihr Haustier zu plötzlichen Bissreaktionen veranlassen. Hierzu zählen etwa:
- Laute Geräuschquellen
- Spielende Kinder in direkter Nähe oder
- Andere Gegebenheiten
Je übersichtlicher die Gesamtsituation für Ihre Fellnase ist, desto sicherer fühlt sie sich. Und desto unwahrscheinlicher ist es, dass Ihre Katze beißt. Seien Sie außerdem aufmerksam: Zeigt Ihre Katze deutliche Zeichen von Stress oder sogar Aggression, dann geben Sie dem Tier etwas Zeit. Hier zusammenfassend unsere Tipps, wie Sie mit Ihrem Fellknäuel sicher spielen und einem Biss vorbeugen können:
- Bieten Sie Ihrer Katze nie Ihre Hände und Füße als Spielzeug, sondern schalten Sie ein Spielzeug - zum Beispiel eine Angel - dazwischen. Tritt durch das Spiel bei der Katze eine Übererregung auf, stoppen Sie das Spiel und gönnen Sie sich und Ihrem Liebling eine kurze Pause.
- Wenn Kinder mit der Katze spielen, lassen Sie diese bitte nicht unbeaufsichtigt. So können Sie im Zweifel einschreiten, sollte es der Katze plötzlich zu viel werden oder falls das Kind / die Kinder die Katze ungewollt erschrecken.
- Beobachten Sie die Katze beim Spiel, so dass Sie Warnsignale Ihrer Katze wie zum Beispiel peitschender Schwanz oder angelegte Ohren frühzeitig erkennen und die Interaktion beziehungsweise das Spiel pausieren können, bevor es zu einem Biss kommt.
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