Katzen und Kater werden in der Regel kastriert, sobald sie geschlechtsreif sind. Das genaue Alter hängt unter anderem auch von der Rasse und der Größe des Tieres ab. In den meisten Fällen werden Katzen und Kater zwischen dem fünften und zehnten Monat kastriert.
Katze kastrieren: Was Sie wissen müssen – Von Ablauf bis Nachsorge
Sie haben eine Katze und denken über eine Kastration nach? Die Entscheidung, seine Katze kastrieren zu lassen, ist oft mit Unsicherheiten verbunden: Wird sich das Verhalten des Tieres verändern? Welche Risiken gibt es? Und was unterscheidet eigentlich Kastration von Sterilisation?
Neben diesen persönlichen Fragen spielen auch gesellschaftliche Aspekte eine Rolle: Weltweit und auch in Deutschland leben viele Millionen Streuner ohne medizinische Versorgung auf den Straßen. Sie vermehren sich unkontrolliert und leiden oft unter schlechten Bedingungen. Im Zweifel kommen sie auch mit Ihrer Freigänger-Katze in Kontakt.
Wenn Sie Ihre Katzen kastrieren lassen, können Sie aktiv etwas gegen das Elend vieler Katzen tun – eine Kastration von Kater und Katze verhindert die ungewünschte Vermehrung. Sowohl auf den Straßen als auch in Ihrem Zuhause. Der Eingriff selbst ist sehr einfach. Doch viele Katzenhalter*innen sorgen sich dennoch um die Gesundheit ihrer Katzen. Darum klären wir in diesem Artikel über die wichtigsten Fragen rund um Kastration auf:
- Ablauf
- Kosten
- Vorteile und Risiken
Damit Sie informiert sind und verantwortungsvoll entscheiden können.
Kastration versus Sterilisation – Was sind die Unterschiede?
Wenn man sich über eine Kastration seiner Katze oder seines Katers informiert, hört man auch immer wieder von der Sterilisation. Und tatsächlich dienen beide Eingriffe dazu, die Fortpflanzung von Katzen zu verhindern. Aus diesem Grund werden die beiden Begriffe häufig synonym verwendet. Dabei unterscheiden sich die Eingriffe in wesentlichen Punkten und haben auch ganz andere Auswirkungen auf das Verhalten unserer Samtpfoten.
Kastration: Bei einer Kastration werden dem Kater die Hoden beziehungsweise der Katze die Eierstöcke operativ entfernt. Durch diesen Eingriff ist es den Tieren nicht mehr möglich, Nachwuchs zu zeugen. Gleichzeitig hat der Eingriff auch unmittelbare Konsequenzen auf den Hormonhaushalt der Tiere – die Produktion der Sexualhormone wird fast vollständig eingestellt. Dadurch entfallen nach dem Eingriff hormonell bedingte Verhaltensweisen wie Rolligkeit oder Revierkämpfe. Gleichzeitig sinkt das Risiko für hormonell bedingte Krankheiten erheblich.
Sterilisation: Die Sterilisation verhindert die Fortpflanzung der Tiere. Indem bei der Katze der Ei- beziehungsweise beim Kater der Samenleiter durchgeschnitten und/oder verödet werden. Dadurch können Zellen nicht mehr in die Eierstöcke beziehungsweise die Hoden gelangen. Die Produktion der Sexualhormone bleibt jedoch bestehen. Denn die dafür zuständigen Organe verbleiben im Körper. Dadurch bleibt der Hormonhaushalt der Tiere konstant. Die Tiere behalten daher alle hormonell bedingten Verhaltensweisen wie zum Beispiel ständiges Markieren.
Katzen zu kastrieren ist daher heutzutage in der Praxis sehr viel gängiger als sie zu sterilisieren – die positiven Effekte überwiegen deutlich. Ohne wesentliche Nachteile mit sich zu bringen. Der Unterschied für Katze und Kater ist minimal. Als Katzenhalter*in werden Sie die Vorteile jedoch zu schätzen wissen.
Muss man Katzen kastrieren?
Die knappe Antwort: Nein. Trotzdem sollten Sie es tun – für das Wohl Ihrer und vieler anderer Katzen. Aus rechtlicher Sicht besteht keine einheitliche Kastrationspflicht für Katzen. Im Einzelfall kann die Lage jedoch anders aussehen: So gilt in den meisten Bundesländern bereits eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen per Landesverordnung.
In zahlreichen Landesteilen und Kommunen wurden in diesem Zusammenhang vielfach entsprechende Katzenschutzverordnungen (KVO) nach Paragraf 13 b Tierschutzgesetz erlassen. Die jeweiligen Kosten bei Verstößen gegen diese Verordnung können stark unterschiedlich ausfallen. Die Verordnungen unterscheiden sich je nach Kommune oder Region. Eine Übersicht zu Städten und Gemeinden mit Kastrationsverordnungen für Katzen finden Sie etwa auf der Webseite der Tierschutz-Organisation TASSO e.V.
Kastration bei Katzen: Wann sollte sie erfolgen?
Rechtzeitig Katzen kastrieren – Das Alter als wichtiger Faktor
Eine Kastration empfiehlt sich vor dem Eintreten der Geschlechtsreife Ihrer Katzen. So beugen Sie ungewollten Nachwuchs vor. Aber ab wann ist es soweit? Und gibt es so etwas wie eine "Deadline" für eine Kastration?
Ab wann kann man Katzen kastrieren?
Eine Katze erreicht die Geschlechtsreife etwa nach fünf bis sieben Monaten. Ein Kater ist nach etwa sechs Monaten bereit zur Fortpflanzung. Sobald diese Phase eintritt, werden Sie unweigerlich einige Verhaltensänderungen bei Katze und Kater feststellen. Hierzu zählen folgende Verhaltensweisen:
- Schreie zum Anlocken von Partnern (Katze)
- Duftmarken / Urin (Katze und Kater)
- Kratzmarken (Katze und Kater)
Wichtig: Bei größeren Rassen kann die Geschlechtsreife durchaus auch erst mehrere Monate später einsetzen. Achten Sie unbedingt auf eventuelle rassespezifische Eigenheiten. Sobald sich erste Anzeichen bemerkbar machen, sollten Sie so bald wie möglich einen Termin für die Kastration Ihrer Katzen vereinbaren.
Bis zu welchem Alter kann man Katzen kastrieren?
Es gibt keinen finalen Zeitpunkt, bis zu dem eine Kastration durchgeführt sein muss. Es ist jedoch in Ihrem Interesse – und im Interesse Ihrer Katze – wenn Sie diese so früh wie möglich ansetzen. Rolligkeit bringt gerade für Hauskatzen häufig eine Menge Stress mit sich. Und wenn etwa Kater sich daran gewöhnt haben, Kratz- und Duftmarken im Haus zu hinterlassen, behalten sie dieses Verhalten unter Umständen dauerhaft bei. Schonen Sie also sich und Ihr Tier mit einer frühzeitigen Operation.
Vorteile und Nachteile einer Kastration
Vorteile einer Kastration
- Höhere Lebenserwartung
- Verhinderung von ungewolltem Nachwuchs
- Senkung von Gesundheitsrisiken wie
- Gebärmutterkrebs bei Katzen
- Hodenkrebs bei Katern
- Katzenaids oder Leukose
- Verminderung von Verletzungen aufgrund von Revierkämpfen
- Ruhigeres Verhalten beziehungsweise kein aggressives Verhalten während der Rolligkeit
- Kein Markieren im Haushalt durch Kratz-und Duftmarken
Nachteile einer Kastration
- Risiko durch die für die Durchführung der Kastration notwendige Vollnarkose
- Gewichtszunahme durch die Umstellung des Hormonhaushalts nach der Kastration
- Grundsätzliches Risiko: Nach einer Operation kann es in seltenen Fällen zu dauerhaften Problemen oder Nebenwirkungen kommen.
Katzen kastrieren: Alle Infos rund um den Ablauf
Wie läuft die Kastration einer Katze ab?
Wichtig ist im Vorfeld der Operation, dass Ihr Tier vollständig nüchtern zum Eingriff erscheint – dies gilt für Katze und Kater gleichermaßen. Neun bis zwölf Stunden vorher sollte Ihr Stubentiger nichts mehr essen. Und zwei Stunden vor der Operation auch nichts mehr trinken. Zu den genauen zeitlichen Vorgaben stimmen Sie sich bestenfalls individuell mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin ab.
1. Katze – Ablauf der Kastration
Bei der Kastration einer Katze wird das Tier betäubt, um anschließend die Bauchdecke aufzuschneiden und die Eierstöcke entfernen zu können. Vielfach wird bei dieser Operation gleichzeitig auch die Gebärmutter entfernt. Anschließend wird die Wunde vernäht. Es handelt sich hierbei um einen invasiven Eingriff.
2. Kater – Ablauf der Kastration
Nach der Betäubung des Katers erfolgen präzise Einschnitte am Hodensack. Sie sind gerade groß genug, um die Hoden zu entnehmen und zu entfernen. In einzelnen Fällen wird hierbei ebenfalls genäht. Meist ist dies aber nicht erforderlich, wodurch auch das Ziehen der Fäden entfällt. Der Eingriff beim Kater ist nicht-invasiv.
Wie lange dauert die Kastration einer Katze?
In einzelnen Fällen kann der Eingriff bei Katze und Kater zwar etwas umfangreicher ausfallen. Doch die typische Dauer einer Kastration beträgt jedoch etwa 25 bis 30 Minuten. Durch die Komplexität des Eingriffs dauert es im Zweifel bei der Katze etwas länger. Anschließend braucht Ihr Stubentiger allerdings erst einmal eine Weile, bis er die Wirkung der Narkose vollständig abgeschüttelt hat.
Kastration Katze: Kosten
Wie teuer ist eine Kastration?
Die Tierärzte und Tierärztinnen unterliegen in Deutschland einer Gebührenordnung, kurz GOT. Die Kosten für eine Kastration können somit unterschiedlich ausfallen, je nach Stufe der Gebührenordnung. Die Kosten einer Kastration setzen sich aus folgenden Punkten zusammen:
- Allgemeine Untersuchung und Beratung
- Narkosemittel und Injektion
- Operativer Eingriff für die Kastration
- Nachsorge
- Medikamente
- Verbandmaterial
Für eine Kastration bei einem Kater liegen die Tierarztkosten nach der Gebührenordnung der Tierärzte (GOT) zwischen 30 bis 100 Euro. Bei einer Katze könnten je nach Schwierigkeitsgrad, Zeitaufwand und örtlichen Verhältnissen der Tierarztpraxis die Kosten auch schon bei 170 Euro liegen. Diese Preisangaben geben eine Orientierung und beziehen sich nur auf den Eingriff selbst. Kosten für die Nachsorge können noch hinzukommen.
Kastration: Nachsorge & Heilung
Wie lange dauert die Heilung? Wann darf meine Katze wieder raus? Wie lange muss die Halskrause getragen werden? Und was muss ich bei der Nachsorge beachten? Diese Fragen kommen natürlich auf, wenn Sie sich für die Kastration entschieden haben.
Tipps: Das sollten Sie nach der Operation beachten
Die erste Herausforderung kommt am Tag der Operation. Hier finden Sie ein paar Tipps, wie Sie sich am besten nach der Operation um Ihren Vierbeiner kümmern sollten:
- Nach der Operation braucht Ihre Katze Ruhe und einen warmen Platz
- Kein Futter am Tag der Operation, nur Wasser
- Verletzungsrisiken verhindern
- Eventuell eine Halskrause, damit die Wunden verheilen können
- Katze oder Kater im Blick behalten und beobachten
- Bei besonders auffälligem Verhalten einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufsuchen
- Mindestens 24 Stunden nicht rauslassen.
- Toilette in der Nähe des Schlafplatzes platzieren
- Für einige Tage die Einstreu durch Küchentücher ersetzen. Natürlich nur, wenn die Katze beziehungsweise der Kater dies toleriert
Heilprozess nach der Kastration
Sobald Ihr Vierbeiner nach der Narkose wieder klar ist, wird er die Wunden bemerken und selbst "untersuchen" wollen. Sie sollten sich einen Plastiktrichter beziehungsweise eine Halskrause oder einen Katzenbody zulegen. So wird verhindert, dass die Katze stark an der Stelle leckt oder sogar rupft. Die Nähte können somit nicht aufreißen. Es gibt mittlerweile auch angenehme Halskrausen aus Stoff, die der Katze besser gefallen könnten. Sie sind mindestens genauso wirksam, wie die Plastiktrichter. Allerdings werden diese natürlich auch schnell dreckig und sind schwieriger zu säubern.
Die ersten Tage nach einem solchen Eingriff stellen das höchste Risiko für Wundheilungsstörungen dar. Deshalb empfiehlt es sich, planbare Operationen wie Kastrationen in der ersten Wochenhälfte und nicht kurz vor Feiertagen vornehmen zu lassen. Dies verringert die Gefahr, dass zusätzliche Tierarztbesuche im Notdienst (zum Beispiel am Wochenende) stattfinden müssen.
Sollten Sie noch offene Fragen haben, zögern Sie nicht, sich mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin auszutauschen. Halten Sie Ausschau nach:
- Entzündungen
- Unangenehmem Geruch oder
- Sehr starken Schwellungen
Falls etwas davon auftritt, sollten Sie mit Ihrem Vierbeiner wieder in die Praxis fahren. In manchen Fällen wird vorab schon ein Nachsorgetermin vom Tierarzt beziehungsweise von der Tierärztin vereinbart, um zum Beispiel die Fäden zu ziehen.
Fazit
Es ist zum Beispiel ärgerlich, wenn Ihre Katze plötzlich trächtig nach Hause kommt. Denn den Vater kann man oft so leicht nicht ermitteln. Die Verantwortung für den Nachwuchs liegt dann bei Ihnen. Die meisten Tierärzte und Tierärztinnen empfehlen eine Kastration. Obwohl der Eingriff für die meisten Tierkliniken eine Routine ist, besteht bei operativen Eingriffen immer ein Restrisiko. Zum Beispiel aufgrund der Vollnarkose oder anderer Komplikationen wie Blutungen. Für den Katzenbesitzer oder die Katzenbesitzer*in sind Kastrationen sinnvoll, wenn eine unkontrollierte Fortpflanzung verhindert werden soll.
Neben diesen Faktoren gilt außerdem sogar in manchen Gemeinden eine Kastrationspflicht für Freigänger. Die Folge bei Missachtung sind hohe Geldstrafen. Diese Pflicht wurde aufgrund des Tierschutzes eingeführt. Denn es leben viele Katzen und Kater auf der Straße. Tierheime stoßen bei der Versorgung dieser Tiere immer wieder an ihre Grenzen.
Häufige Fragen
In welchem Alter sollten Katzen kastriert werden?
Warum sollte man Katzen kastrieren?
Eine Kastration für Katzen und Kater wird von den meisten Tierärzten und Tierärztinnen empfohlen. In manchen Gemeinden besteht sogar eine Kastrationspflicht für Freigänger. Die Kastration dient zum Tierschutz und zum Schutz vor ungewolltem Nachwuchs. Für den Nachwuchs sind nämlich Sie als Katzenbesitzer*in verantwortlich, da die Tierheime überlastet sind. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie Ihre Katze oder Ihren Kater kastrieren wollen. Alternativ können Sie sich von einem Tierarzt oder einer Tierärztin beraten lassen.
Wie verändert sich das Verhalten einer Katze nach der Kastration?
Durch eine Kastration kann sich das Verhalten der Tiere verändern, da die Hormonproduktion verhindert wird. Das ist bei einer Sterilisation nicht der Fall. In der Regel werden Katzen und Kater weniger aggressiv und anhänglicher. Auch Revierkämpfe oder das Markieren von Gegenständen und Orten verringern sich oder verschwinden ganz.
Wie lange dauert es, bis eine Katze nach der Kastration wieder fit ist?
Nach einer Kastration muss zunächst die Wunde vollständig verheilen. Das dauert ungefähr zehn Tage. In dieser Zeit sollte der Vierbeiner viel Ruhe haben und keinen Freigang bekommen. Sobald die Wunde problemlos verheilt ist, sind die Katzen wieder fit. Dann dürfen sie wie gewohnt spielen, fressen und nach draußen.
Was kostet eine Kastration bei Katzen?
Die Kosten für eine Kastration liegen zumeist zwischen 30 bis 170 Euro. Der Preis hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab – auch zum Beispiel ob es eine Katze oder ein Kater ist. Die Kastrationskosten für Katzen sind etwas höher als für Kater. Da der operative Eingriff aufwendiger und somit kostenintensiver ist. Die Kastration beim Kater kostet nach der Gebührenordnung für Tierärzte und Tierärztinnen (GOT) zwischen 30 und 100 Euro. Bei Katzen sind es zwischen 50 und 170 Euro. Kosten für Medikamente und Nachsorge können noch hinzukommen.
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