Reisen mit Hund – Das sollten Sie beachten
Für die meisten Hundebesitzer*innen gehört der Vierbeiner fest zur Familie – und das natürlich auch in Urlaubszeiten. Wir erklären Ihnen:
- Wie Sie Ihren Liebling sicher von A nach B bringen
- Was in Sachen Einreisebestimmungen wichtig ist
- Worauf Sie beim Versicherungsschutz achten sollten
Lesen Sie sich jetzt unsere Tipps zum Reisen mit Hund durch!
Reisen mit Hund: Tipps für die Autofahrt
Auch wenn Ihr Vierbeiner gerne mit Ihnen Urlaub macht: Die Anreise per Auto gehört für die meisten Hunde eher nicht zu den Ferienhighlights. Wenn eine Reise ansteht, ist ein Tier in einer Transportbox im Kofferraum am sichersten aufgehoben. Gibt’s für die Box keinen Platz mehr, sollte der Hund mindestens mit einem Anschnallgurt gesichert sein – sowohl zu seiner eigenen Sicherheit als auch, um die weiteren Insassen vor Verletzungen zu schützen. Auch ein stabiles Trennnetz oder Trenngitter hält den Hund im Laderaum – allerdings kann das Tier bei einem Unfall umhergeschleudert werden.
Übrigens: Von Reisen mit dem Flugzeug ist dringend abzuraten. Wenn Hunde inklusive Reisetasche mehr als acht Kilo wiegen, müssen sie die Reise bei den meisten Airlines im Frachtraum des Flugzeugs verbringen. Das verängstigt und stresst Hunde sehr und ist zudem gefährlich für die Tiere.
Die Reisekrankheit trifft auch Fellnasen
Für die meisten Hunde ist eine längere Fahrt im Auto kein Problem. Oft sind sie vor der Reise sogar selbst positiv aufgeregt. Doch genau wie bei uns Menschen ist auch so mancher Vierbeiner nicht vor ihr gefeit: der Reisekrankheit. Die können Sie jedoch "wegtrainieren": Dazu üben Sie zunächst erst einmal das Einsteigen ins Auto - denken Sie dran, Ihren Vierbeiner auch bei kleinen Erfolgen ausgiebig zu belohnen. Machen Sie kurze Autofahrten zu Orten, die Ihr Vierbeiner besonders mag, zum Beispiel seine Lieblingsspielwiese. Steigern Sie die Fahrzeit nach und nach, überfordern Sie Ihren Hund aber nicht. Dieses Training dauert meist mehrere Wochen - das sollten Sie vor einer langen Autofahrt im Hinterkopf behalten.
Falls das nicht hilft: Füttern Sie nicht allzu viel vor der Fahrt. Fahren Sie vorsichtig und vermeiden Sie abruptes Bremsen und Anfahren - sonst kann Ihrem Vierbeiner übel werden. Lassen Sie hin und wieder frische Luft ins Auto und planen Sie Pausen ein. Bei manchen Hunden hilft auch beruhigendes Zureden. Falls eine dauerhafte Reiseübelkeit besteht, können Sie Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin nach pflanzlichen Heilmitteln fragen.
Das Tier nie allein im Auto lassen
Damit Ihrem Hund im Auto nicht zu warm wird, verlegen Sie die Fahrt im Sommer lieber auf die kühlen Morgen- oder Abendstunden. Lassen Sie Ihr Tier nie im Auto zurück! Der Wagen kann sich auch im Schatten (!) lebensbedrohlich aufheizen. Im Winter kühlt er sehr schnell aus.
Gut gesichert auf der Fahrt
Laut StVO darf die "Ladung", in diesem Fall Ihr Hund, nicht verrutschen. Sie sollten Ihren Liebling so sichern, dass er sich nicht frei bewegen kann. Nur so können Sie sichergehen, dass der Hund nicht durch den Innenraum geschleudert wird. Wenn Sie Ihren Hund nicht in einer Box haben, dann achten Sie darauf, dass Sie dem Hund ein gut sitzendes, gepolstertes Geschirr anlegen und mit einem Gurt am Anschnaller sichern. Werden Sie von der Polizei angehalten und Ihr Hund ist nicht angemessen gesichert, können ein Bußgeld sowie Punkte in Flensburg die Folge sein.
Das sollten Sie für Ihren Hund im Gepäck haben
- Wasser- und Futternapf
- Wasser und Hundefutter
- Leckerlis, Kau-Artikel
- Kuscheldecke
- Lieblingsspielzeug
- Halsband oder Geschirr, Leine, Maulkorb
- Erste-Hilfe-Set, Reiseapotheke
- Transportbox oder Tragetasche
- Impfpass und EU-Pass
- Putzset für den Notfall (Haushaltsrolle, Plastiktüten, Raum- und/oder Desinfektionsspray)
EU-Richtlinien für Reisen mit Hund
EU-weite Kennzeichnungspflichten und weitere Regeln
Hunde sind soziale und an ihren Halter*innen gebundene Tiere. Sie werden nicht gerne von ihrem Rudel getrennt und trauern den verreisten Frauchen und Herrchen nach. Umso verständlicher, dass immer mehr Familien Ihren vierbeinigen Freund auch während der schönsten Wochen des Jahres an ihrer Seite haben möchten.
Doch länger reisen mit Hund – funktioniert das überhaupt? "Die Hauptsache ist natürlich, dass sich das Tier im Urlaub wohlfühlt", sagt Marius Tünte, Pressesprecher beim Deutschen Tierschutzbund. "Hunde sind am liebsten mit ihren Menschen unterwegs. Allerdings ist es wichtig, dass der Tierhalter oder die Tierhalterin auch passende Urlaubsdomizile auswählt. Beispielsweise ein Hund mit einem dicken Fell sollte nicht in den Sommerurlaub in den Süden mitgenommen werden."
Der Experte weist auch darauf hin, dass EU-weit strenge Vorschriften zur Kennzeichnung der Tiere gelten. Der Heimtierausweis, die Kennzeichnung mit Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung gehören beim Hund zum Standardrepertoire. Das "Chippen" ist für alle nicht gekennzeichneten Hunde und Katzen seit Mitte 2011 Pflicht. Wichtig auch: eine Registrierung für den Verlust des Tieres, zum Beispiel im Deutschen Haustierregister. "Das ist nicht mit dem Chippen erledigt", so Tünte.
Darüber hinaus gibt es von Land zu Land unterschiedliche weitere Vorschriften, etwa der Ausschluss von Rassen oder eine generelle Maulkorb- und Leinenpflicht. Vor allem die Leinenpflicht ist in vielen Ländern, zum Beispiel in Italien, Belgien oder Ungarn viel strenger geregelt als in Deutschland.
Einreisebestimmungen: Dank EU übersichtlich und einfach
Das Verreisen mit dem Hund innerhalb der EU-Länder war noch nie so einfach wie jetzt: Seit 2013 sind die Einreisebestimmungen für Hunde in allen EU-Ländern gleich. Sie benötigen lediglich:
- EU-Heimtierpass ("blauer Pass")
- Gültige Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage alt)
- Mikrochip
Wenn Ihr Reiseziel außerhalb der EU liegt, finden Sie die aktuellen Einreise-Infos auf den offiziellen Seiten des jeweiligen Landes.
EU-Heimtierpass: Ohne geht gar nichts!
Der EU-Heimtierpass darf ausschließlich von dazu ermächtigten Tierärzten und Tierärztinnen ausgestellt werden. Bevor der Tierarzt oder die Tierärztin die notwendigen Angaben und Impfungen in den Tierpass einträgt, muss das Tier vorschriftsmäßig gechippt und eindeutig seinem Tierpass zugeordnet sein.
Der EU-Heimtierpass ist ein Identitätsnachweis und gleichzeitig eine Impfbescheinigung in einem.
Versicherungsschutz bei Reisen mit Hund
Hundehaftpflichtversicherung
Ob im Ausland oder daheim: Verursacht Ihr Hund einen Schaden, müssen aufgrund der sogenannten Gefährdungshaftung immer Sie als Halter*in die Kosten tragen. Problem: Die private Haftpflichtversicherung deckt nur Schäden von Kleintieren wie Katzen oder Vögeln in ihrem Besitz ab. Für Hunde bieten Versicherungsgesellschaften deshalb eine besondere Police an, die sogenannte Hundehaftpflicht. Sie übernimmt Schäden, die durch den Vierbeiner entstanden sind. Die Deckungssumme beträgt in der Regel mindestens fünf Millionen Euro.
Versicherungsbedingungen beachten
Hat das Tier zum Beispiel einen Verkehrsunfall verursacht, muss der Versicherer die Schadensregulierung übernehmen. Zerbeißt der Hund das Sofa in der gemieteten Urlaubswohnung, springt ebenfalls die Hundehaftpflicht ein. Wenn ein längerer Auslandsaufenthalt mit dem Tier geplant ist, sollten Sie als Halter*in auf jeden Fall noch einmal einen Blick in die Versicherungsbedingungen werfen. Manche Verträge bieten Tierhalter*innen in EU-Ländern Versicherungsschutz ohne Zeitlimit. Das lohnt sich für Hundebesitzer*innen, die zum Beispiel über einen längeren Zeitraum in ihrem Zweitwohnsitz auf Mallorca leben.
Fazit
Innerhalb der EU-Länder gelten die gleichen Einreisebestimmungen. Sollten Sie in ein Land verreisen, welches außerhalb der EU liegt, können Sie auf den offiziellen Seiten des jeweiligen Landes nachschauen, welche Einreisebestimmungen dort für Ihren Hund gelten. Sollten Sie mit Ihrem Hund eine Autofahrt antreten, finden Sie hier einige Tipps und Tricks, um die Fahrt so praktisch wie möglich zu gestalten.
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