Die ersten Symptome einer Schokoladenvergiftung sind meist nach zwei bis vier Stunden zu beobachten. Sie sollten Ihren Hund aber in einem nicht so schweren Fall trotzdem mindestens die ersten 24 Stunden, besser noch über mehrere Tage hinweg, genau beobachten. Geht es Ihrem Hund sehr schlecht, gehen Sie direkt mit ihm zum Tierarzt oder zur Tierärztin.
Mein Hund hat Schokolade gefressen: Was tun?
Sie lieben Schokolade und naschen gerne? Kein Problem! Sollten Sie jedoch einen tierischen Mitbewohner haben, dann räumen Sie die Schokolade nach dem Naschen schnell wieder in den Schrank, denn Hunde sollten zu jeder Zeit ihre Pfoten von Schokolade lassen. Schokolade ist giftig für Hunde und kann bereits in kleinen Mengen, die Ihr Fellbegleiter verzehrt, dramatische Folgen für dessen Gesundheit haben.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Warum Schokolade für Hunde giftig ist
- Welche Mengen es zu beachten gilt
- Woran Sie eine Vergiftung erkennen
- Wie der Tierarzt oder die Tierärztin in dieser Notlage helfen kann
Und damit Sie sich im Ernstfall keine Sorgen um hohe Tierarztkosten machen müssen, empfehlen wir Ihnen eine Tierversicherung für Hunde.
Warum ist Schokolade für meinen Hund giftig?
Sollte aus Versehen doch mal irgendwo Schokolade herumliegen und Ihr Hund frisst sie oder ein kleines Kind, das zu Besuch ist, füttert ihn wohlmeinend damit, dann können sehr verschiedene Vergiftungserscheinungen auftreten. Das hängt davon ab, wie groß der Hund ist und wie viel Schokolade er gefressen hat.
Frisst ein großer Hund ein sehr kleines Stückchen Schokolade, bekommt er wahrscheinlich nur eine leichte Magenverstimmung. Vielleicht merkt man im Idealfall gar nichts. Bei größeren Mengen ist aber mit Symptomen wie Erbrechen und Durchfall zu rechnen. Frisst ein kleiner Hund dunkle Schokolade, sollten Sie sofort mit ihm zum Tierarzt oder zur Tierärztin, denn das kann im schlimmsten Fall zum Tod führen.
Sehr wichtig dabei ist, um welche Schokoladensorte es sich handelt. Der Kakaogehalt ist entscheidend, da das im Kakao enthaltene Theobromin die Substanz ist, die im Körper des Hundes (und auch bei Katzen) die Vergiftungserscheinungen auslöst. Je höher der Kakaogehalt, desto gefährlicher ist die Schokolade für den Hund. Theobromin kann im Körper Ihres Hundes aufgrund fehlender Enzyme kaum verstoffwechselt werden, baut sich dort nur sehr langsam ab und kann verschiedene Symptome verursachen.
Die Giftstoffe in der Schokolade werden innerhalb weniger Stunden über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und im gesamten Körper verteilt. Abgebaut werden diese in der Leber. Die Ausscheidung der Abbauprodukte erfolgt über die Nieren. Die Zeit, nach der nur noch die Hälfte der Ausgangsmenge im Blut vorhanden ist, beträgt beim Hund für Theobromin circa 17-18 Stunden. Man nennt diese Zeit auch Halbwertszeit. Dies ist eine lange Zeit und erklärt, warum die Symptome oft erst nach mehreren Stunden auftreten, dann aber recht lange andauern.
Symptome einer Vergiftung beim Hund
Hat Ihr Hund Schokolade gefressen, so sind die möglichen Symptome sehr vielfältig und treten manchmal sofort, oft aber auch erst nach einigen Stunden auf, dann aber nicht selten in sehr drastischer Form.
Beispiele für mögliche Symptome, die zumeist zwischen vier und zwölf Stunden - nachdem Ihr Hund die Schokolade gefressen hat - auftreten, sind:
- Hyperaktivität, Unruhe
- Vermehrter Speichelfluss
- Starker Durst, vermehrtes Trinken
- Erbrechen, Durchfall, starkes Wasserlassen
- Bauchschmerzen
- Schnellerer Herzschlag bis hin zu Herzrhythmusstörungen
- Zittern und Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen
- Atembeschwerden, starkes Hecheln, akute Atemnot
- Innere Blutungen
In schwerwiegenden Fällen können Krampfanfälle und andere schwere Symptome bereits innerhalb von zwölf Stunden zum Tod des betroffenen Hundes führen. Suchen Sie daher so schnell wie möglich einen Tierarzt oder eine Tierärztin auf, wenn Ihr Hund eine kritische Menge an Schokolade gefressen hat.
Welche Menge Schokolade kann für meinen Hund tödlich sein?
Tödliche Dosierungen werden als sogenannte "letale Dosis" in der Einheit Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht angegeben. Die mittlere letale Dosis beträgt für Theobromin 100 bis 200 mg pro kg Körpergewicht für Hunde. Bei dieser Dosis sterben 50 Prozent der Tiere. Besonders problematisch sind Zartbitter- und Blockschokolade, denn je dunkler die Schokolade, desto höher ist der Kakao-Anteil und desto höher die Menge an Theobromin, die Ihr Hund beim Verzehr zu sich nimmt.
Umgerechnet auf konkrete Beispiele bedeutet dies:
- Kleine Hunde bis fünf Kilogramm: Ein Drittel einer Tafel Zartbitterschokolade oder zwei ganze Tafeln Vollmilchschokolade können bereits tödlich sein
- Hunde von etwa zehn bis 15 Kilogramm: Eine ganze Tafel Zartbitterschokolade stellt eine große Gefahr dar
- Große Hunde über 20 Kilogramm: Nimmt Ihr Hund 800 Gramm Vollmilchschokolade auf, dann besteht Lebensgefahr. Beachten Sie, dass ein großer Schokoweihnachtsmann teilweise bis zu 200 Gramm wiegen kann. Also reichen hiervon drei bis vier Stück aus, um auch einen großen Hund zu töten
Insofern gilt: Je kleiner der Hund und je größer die Menge der gefressenen Schokolade, desto eher kann es gefährlich werden. Ebenso besteht dringender Handlungsbedarf, wenn man nicht genau weiß, wie viel Schokolade genau der Hund gefressen hat und wann dies passiert ist. War man beispielsweise länger nicht zu Hause und der frühestmögliche Zeitpunkt für den "Unfall" liegt bereits mehrere Stunden zurück, sollte umgehend ein Tierarzt beziehungsweise eine Tierärztin kontaktiert werden. Vergiftungen müssen nicht akut in Erscheinung treten. Eine nahezu ungefährliche Menge an Schokolade kann, wenn sie von Ihrem Hund über mehrere Tage wiederholt zu sich genommen wird, chronische Vergiftungserscheinungen mit sich bringen. Sie kann zu Atemlähmung oder Herzversagen führen und ebenfalls tödlich enden.
Checkliste für die Tierarztpraxis
- Wie groß beziehungsweise schwer ist Ihr Hund?
- Wie viel Schokolade hat Ihr Hund gefressen?
- Welche Art von Schokolade war es und wie hoch ist der Kakaogehalt?
- Ist Verpackungsmaterial mit Angaben zu Inhaltsstoffen vorhanden?
- Wann ist es passiert? In welchem Zeitfenster kann es passiert sein?
- Hat Ihr Hund aktuell Symptome? Wenn ja, welche?
- Ist so etwas schon einmal passiert?
- Gegebenenfalls Proben von Kot und Erbrochenem einsammeln und dem Tierarzt oder der Tierärztin vorlegen
- Bei Krampfanfällen eventuell kurze Videosequenz mit dem Handy aufnehmen und in der Praxis vorspielen
So hilft der Tierarzt oder die Tierärztin
Wenn Ihr Hund relevante Mengen an dunkler Schokolade gefressen hat oder es sich bei Ihrem Vierbeiner um einen Welpen handelt, ist ein Besuch beim Tierarzt oder der Tierärztin Pflicht - und zwar so schnell wie möglich. Oberste Priorität ist dann, so viel Schokolade wie möglich aus dem Hund wieder herauszubekommen. Mit einer Hundekrankenversicherung müssen Sie in einer solch stressigen Situation nicht erst auf die Kosten achten. Diese werden übernommen.
Die Entfernung der Schokolade kann auf folgende Weise geschehen:
- Hervorrufen von Erbrechen: Hat Ihr Hund Schokolade gefressen und ist aktuell bei Bewusstsein, kann der Tierarzt oder die Tierärztin ein Erbrechen provozieren, damit die Schokolade aus dem Magen heraus gelangt. Dazu wird etwa ein Wirkstoff wie Apomorphin verabreicht
- Gabe von Infusionen: Durch Infusionen in die Vene beziehungsweise durch eine forcierte Harnausscheidung kann ein verstärktes Wasserlassen des Hundes "erzwungen" werden. Dies hilft dabei, über die filternde Tätigkeit der Nieren verschiedenste Giftstoffe - vor allem das Theobromin - schnellstmöglich aus dem Körper Ihres Hundes auszuscheiden
- Verabreichen von Aktivkohle: Aktivkohle wird in Form von Tabletten verabreicht. Sie sorgt dafür, dass Giftstoffe im Darm gebunden und nicht vom Körper aufgenommen werden. Anschließend werden diese gefahrlos über den Kot ausgeschieden. Die Aktivkohle verhindert so eine schwere Vergiftung, wenn Ihr Hund Schokolade gefressen hat
Wichtig: Für die Behandlung beim Tierarzt oder der Tierärztin kann es wichtig sein, genau zu wissen, wie hoch die Dosis an Theobromin ist, die Ihr Hund zu sich genommen hat. Nehmen Sie dafür im besten Fall die entsprechende Schokoladenverpackung und den Rest der verbliebenen Schokolade mit. So wird die Bestimmung der Menge erheblich vereinfacht.
Möglicherweise sind umfangreiche Laboruntersuchungen mittels Blutuntersuchung und eine stationäre Behandlung des Hundes notwendig. Sie können auf die Hilfe Ihrer BarmeniaGothaer Tierkrankenversicherung vertrauen. Sie übernimmt die Kosten mit einer geringen Selbstbeteiligung für ambulante und stationäre Behandlungen sowie für die Diagnostik. Die BarmeniaGothaer übernimmt ebenfalls die Kosten für eventuell nötige Operationen inklusive der Nachbehandlung. Doch nicht jede Tierarztpraxis kann alle Untersuchungen gewährleisten. Daher sollten Sie bereits bei der telefonischen Anmeldung die bestehende Problematik klar schildern.
Entscheidend ist: Bleiben Sie ruhig, wenn Ihr Hund Schokolade gefressen hat und Sie die Tierarztpraxis aufsuchen müssen. Stress, Panik und Unruhe wirken sich besonders in Notfallsituationen zusätzlich negativ auf den Hund aus.
Fazit
Hat Ihr Hund Schokolade gefressen, kann es zu einer Schokoladenvergiftung kommen. Je nach Menge und Art der Schokolade ist es ratsam, einen Tierarzt beziehungsweise eine Tierärztin aufzusuchen. Vergiftungserscheinungen treten meist erst nach Stunden ein. Sie dauern dann aber vergleichsweise lange an und können im schlimmsten Fall tödlich enden. Ihre Tierarztpraxis kann die Beschwerden Ihres Hundes lindern. Eine Tierkrankenversicherung übernimmt meist die Kosten für den Tierarztbesuch. Deshalb lohnt es sich, sich diese genauer anzusehen.
Häufige Fragen
Wie lange muss ich meinen Hund beobachten, wenn er Schokolade gefressen hat?
Wie vermeide ich, dass mein Hund Schokolade frisst?
Lagern Sie Schokolade, mit Schokolade gefülltes Gebäck oder andere schokoladige Naschereien sicher vor Ihrem Hund. Lassen Sie Schokolade auf keinen Fall offen liegen. Egal, ob mit oder ohne Verpackung.
Vor allem in der Weihnachtszeit sind Schokolade und schokoladenhaltiges Gebäck allgegenwärtig. Oftmals stehen die Leckereien frei zugänglich und unverpackt in der Wohnung. Gerade mittelgroße und große Hunde haben selten Probleme, sich daran zu bedienen. Aber auch für die Kleinsten gilt: Wo ein Wille ist, findet sich meist auch ein Weg. Verstauen Sie alle Süßigkeiten am besten sicher in einem Schrank. Sollten Kinder zu Besuch kommen oder im Haushalt leben, die den Hund gerne füttern möchten, erklären Sie ihnen, wie gefährlich Schokolade für Hunde ist. Auch die Verpackungen können Hunden gefährlich werden, deshalb entsorgen Sie sie am besten direkt und lassen Sie sie nicht herumliegen.
Mein Hund hat Schokolade gefressen, aber keine Symptome – kann das sein?
Ja, unter glücklichen Umständen kann es passieren, dass Ihr Hund Schokolade verzehrt, ohne eine Vergiftung zu erleiden oder überhaupt Symptome zu entwickeln. Dafür müssen jedoch mehrere glückliche Umstände zusammentreffen:
- Es handelt sich um helle Schokolade mit geringem Theobromin-Anteil
- Die konsumierte Menge ist sehr klein
- Der Hund ist groß und sehr robust
Wichtig: Sie sollten Ihren Hund niemals mit Schokolade belohnen oder füttern. Selbst wenn Ihr Hund äußerlich ohne Symptome bleibt, stellt die Schokolade im Körper dennoch eine große Belastung für den Organismus Ihres Hundes dar.
Gibt es ein Hausmittel gegen Schokoladenvergiftung beim Hund?
Nein. Wer nach einem einfachen Hausmittel sucht, um dem Hund nach dem Verzehr von Schokolade zu helfen, wird leider enttäuscht. Hat Ihr Hund Schokolade gefressen, ist das Unheil bereits angerichtet. Auch die direkte Gabe von Kohletabletten kann höchstens als Erste-Hilfe-Maßnahme gelten.
Im besten Fall sollte Ihr Hund gar nicht erst in Kontakt mit Schokolade kommen.
Wie kann ich mich gegen hohe Tierarztkosten absichern?
Da Tierarztkosten schnell einige hundert Euro betragen können, ist es sinnvoll, sich über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Die BarmeniaGothaer Tierkrankenversicherung übernimmt auch die Kosten für Operationen, die schnell mehrere tausend Euro erreichen können. Ebenfalls ambulante und stationäre Behandlungen sowie die dazugehörige Diagnostik sind mit abgesichert.
Da mehr als die Hälfte der Hundebesitzer*innen im Durchschnitt mehr als zweimal im Jahr zum Tierarzt beziehungsweise zur Tierärztin gehen und dort zwischen 100 bis 500 Euro jährlich ausgeben, lohnt es sich in jedem Fall, sich über die Tierkrankenversicherung Gedanken zu machen.
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