Läufigkeit der Hündin: Anzeichen, Dauer und Verhalten verständlich erklärt

Die Läufigkeit gehört zu den wichtigsten natürlichen Prozessen im Leben jeder Hündin. Sobald sie in die Pubertät kommt, setzt der Zyklus ein – begleitet von körperlichen und hormonellen Veränderungen, die sowohl Hundehalter als auch die Hündin selbst vor neue Herausforderungen stellen.

Damit Sie die einzelnen Phasen der Läufigkeit besser verstehen und Ihre Hündin optimal unterstützen können, haben wir die wichtigsten Informationen für Sie übersichtlich zusammengefasst. Ob erste Anzeichen, Dauer der Läufigkeit, typische Verhaltensänderungen oder passende Vorsorgemaßnahmen: Hier erfahren Sie, wie Sie entspannt und gut vorbereitet durch die "heiße Phase“ kommen. Passend dazu bieten wir Ihnen auch individuelle Versicherungen rund um das Wohl Ihrer Tiere - sprechen Sie uns gerne darauf an.

Erste Läufigkeit der Hündin erkennen

Ab wann wird eine Hündin läufig?

Die erste Läufigkeit tritt bei den meisten Hündinnen zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat auf, abhängig von Größe, Rasse und allgemeiner Entwicklung. Bei großen oder sehr spät reifenden Rassen kann die erste Läufigkeit jedoch auch erst mit bis zu 24 Monaten einsetzen.

Wichtig zu wissen: Der Zyklus begleitet die Hündin ein Leben lang. Bleibt die Läufigkeit über einen längeren Zeitraum aus, kann das auf hormonelle Störungen oder Erkrankungen hindeuten – in diesem Fall sollte ein Tierarzt kontaktiert werden. Eine Hundekrankenversicherung hilft, unvorhergesehene Tierarztkosten stressfreier zu bewältigen.

Typische Anzeichen der Läufigkeit

Typischerweise gibt es eine Reihe von Anzeichen, an denen Hundehalter erkennen können, ob eine Hündin läufig ist. Dabei gilt es, sowohl den eigenen als auch fremde Hunde zu beobachten:

  • geschwollene Vulva
  • blutiger oder hellerer Ausfluss
  • stärkere Putzaktivität
  • vermehrtes Interesse von Rüden
  • verändertes Verhalten (kuscheliger, anhänglicher oder ruhebedürftiger)
  • nachlassender Gehorsam und verminderte Ansprechbarkeit
  • mehr Schlaf und teils Appetitlosigkeit

Diese Anzeichen können in Stärke und Dauer variieren – jede Hündin reagiert anders auf die hormonellen Veränderungen.

Sonderformen der ersten Läufigkeit

Im Regelfall unterscheidet sich die erste Läufigkeit einer Hündin in ihrem Ablauf. Das liegt daran, dass Hund und Körper sich zunächst auf diese hormonelle Veränderung einstellen müssen. Gerade in der ersten Läufigkeit kommt es häufiger zu:

Vielfach kommt es zu einer "stillen Läufigkeit" oder "weißen Läufigkeit" - die Hündin ist läufig, obwohl es dafür keine beziehungsweise kaum äußere Anzeichen gab. Das Verhalten ändert sich nicht, auch Blutungen bleiben häufig aus. Die Hündin ist dennoch fruchtbar - für Hundehalter ist also Vorsicht angesagt.

Eine weitere Variation der Läufigkeit einer Hündin ist der Split-Östrus: Gemeint ist damit eine "geteilte Läufigkeit", bei der die Hündin kurzzeitig klare Zeichen einer Läufigkeit zeigt, die dann wieder verschwinden und meist mit einigen Tagen Abstand wieder auftreten. Hierbei handelt es sich um eine weithin bekannte und harmlose Zyklusstörung.

Läufigkeit der Hündin – Dauer, Zyklus & Phasen

Wie oft wird eine Hündin im Jahr läufig?

Nach dem ersten Zyklus pendelt sich die Läufigkeit meist ein. Geben Sie Ihrer Hündin nach der ersten Läufigkeit Zeit, um einen festen Rhythmus des Zyklus zu entwickeln. Die meisten Hündinnen werden zweimal pro Jahr läufig, im Abstand von sechs bis sieben Monaten. Je nach Hunderasse und Konstitution kann die Läufigkeit Ihrer Hündin jedoch auch häufiger beziehungsweise seltener auftreten.

Tipp: Wenn Sie für sich dokumentieren, wann Ihre Hündin läufig ist, haben Sie immer einen Überblick und können etwa Spaziergänge, Ausflüge und mehr planen - dies ist vor allem in der Brunstphase sinnvoll. So wissen Sie immer, wann Sie Ihre Hündin an die Leine nehmen müssen.

Die vier Phasen der Läufigkeit erklärt

Die Läufigkeit lässt sich in insgesamt vier Abschnitte beziehungsweise Phasen unterteilen. Diese dauern jeweils unterschiedlich lange an - mit einem Verständnis für die verschiedenen Phasen können Hundehalter ihre Tiere bestmöglich durch diese Phasen begleiten.

Proöstrus (Vorbrunst): Dauer: drei bis 17 Tage, neun Tage im Durchschnitt:

  • Beginn der Blutung (dunkelrot, dickflüssig)
  • Rüden sind interessiert, Hündin zeigt aber noch keine Deckbereitschaft
  • Markierverhalten kann zunehmen

Östrus (Brunst): Dauer: drei bis zehn Tage, neun Tage im Durchschnitt:

  • Ausfluss wird heller und dünnflüssiger
  • Hündin zeigt Deckbereitschaft („Rute zur Seite stellen“)
  • höchste Fruchtbarkeit – besondere Vorsicht bei Spaziergängen

Metöstrus (Nachbrunst): Dauer: neun bis 12 Wochen, zwei bis drei Monate:

  • Fruchtbarkeit endet
  • Hormonspiegel (v. a. Progesteron) bleibt länger erhöht
  • mögliche Anzeichen einer Scheinträchtigkeit (Nestbau, Mutterverhalten)

Anöstrus (Ruhephase): Dauer: Wochen - Monate, Restliche Zeit:

Ist diese Phase erreicht, zeigen Hunde keine besonderen körperlichen Symptome oder Änderungen im Verhalten mehr. Hundehalter und Hündin können jetzt entspannt durchatmen.

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Verhalten während der Läufigkeit und wie Halter*innen richtig reagieren

Wenn Sie Ihrer Hündin die Läufigkeit erleichtern und gleichzeitig stressige Situationen für sich selbst vermeiden wollen, können Sie sich an diesen Tipps und Ratschlägen orientieren:

  • Spaziergänge (um-)planen: Eine Hündin kann sich nur decken lassen, wenn Rüden in der Nähe sind - führen Sie Ihre Spaziergänge also dann durch, wenn wenig los ist, oder fahren Sie ein Stück weit dafür raus. Eine gute Leine ist gerade in der Brunst absolute Pflicht.
  • Wohnung vorbereiten: Legen Sie alte Decken auf "gefährdete" Möbelstücke, räumen Sie Teppiche beiseite und halten Sie Wischtücher bereit - so können Spuren der Läufigkeit ihrer Hündin wie Blutstropfen und mehr schnell beseitigt werden. Weiterhin sollte die Hündin während der Brunst auch nicht allein draußen im Garten spielen.
  • Läufigkeitshose für Hündin: Ein praktisches Kleidungsstück auch für Hunde - mit einer solchen Hose kann verhindert werden, dass der Ausfluss der Hündin auf Möbeln oder Autositzen landet. Damit wird der Hündin während der Läufigkeit die Hygiene erleichtert - wenn Sie sie rechtzeitig an dieses Kleidungsstück gewöhnen. Achtung: Eine Läufigkeitshose schützt nicht vor einem Deckakt!

Ist die Hündin läufig, kann das für Hund und Halter*in durchaus stressig und mit Aufwand verbunden sein. Mit einem guten Verständnis und der richtigen Vorbereitung lässt sich dieser Stress jedoch reduzieren - radikale Maßnahmen wie die medikamentöse Unterdrückung der Läufigkeit oder eine Kastration können dann häufig ausbleiben.

Fazit

Die Läufigkeit stellt viele Hundehalter vor ungewohnte Situationen – gleichzeitig ist sie ein ganz natürlicher Bestandteil im Leben jeder Hündin. Wer die vier Phasen der Läufigkeit kennt, typische Anzeichen richtig deutet und den Alltag entsprechend anpasst, kann seine Hündin sicher und entspannt durch diese Zeit begleiten. Mit etwas Vorbereitung, mehr Geduld und der passenden Absicherung bleiben sowohl Tier als auch Halter*in gelassen – selbst in der "heißen Phase“.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Läufigkeit einer Hündin insgesamt?

In der Regel dauert die komplette Läufigkeit etwa drei bis vier Wochen – von der Vorbrunst bis zum Ende der Nachbrunst.

Wie erkenne ich, ob meine Hündin deckbereit ist?

In der Brunstphase (Östrus) stellt die Hündin die Rute zur Seite ("Standhitze“) und zeigt offenes Verhalten gegenüber Rüden.

Wie oft wird eine Hündin im Jahr läufig?

Die meisten Hündinnen werden zweimal im Jahr läufig, abhängig von Rasse, Größe und Gesundheit.

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