Eine Kastration ist sinnvoll, wenn Hundehalter*innen eine unkontrollierte Fortpflanzung Ihres Vierbeiners verhindern möchten oder es medizinisch notwendig ist. In Deutschland ist laut dem Tierschutzgesetz eine Kastration nur nach medizinischer Indikation erlaubt und darf auch nur auf Empfehlung eines Tierarztes oder einer Tierärztin erfolgen.
Kastration beim Hund: Ablauf, Kosten & Nachsorge
Die Entscheidung, einen Hund kastrieren zu lassen, ist für viele Halter*innen ein sensibles Thema – und das aus gutem Grund. Was in der Tierarztpraxis längst zum Routineeingriff zählt, wirft im Alltag zahlreiche Fragen auf: Wann ist der richtige Zeitpunkt? Welche Auswirkungen hat die Kastration auf Verhalten und Gesundheit? Und welche Alternativen gibt es?
In diesem Artikel möchten wir folgende Fragen beantworten:
- Was genau passiert bei einer Kastration?
- Welche Chancen und Risiken bringt die Kastration Ihres Hundes oder Ihrer Hündin mit sich?
- Was ist rund um die Vor- und Nachsorge bei einer Kastration zu beachten?
- Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?
Außerdem zeigen wir mögliche Alternativen zur Kastration auf, um Sie bei der Entscheidungsfindung bestmöglich zu unterstützen.
Wann ist eine Kastration beim Hund sinnvoll – und was bedeutet sie genau?
Die Kastration beim Hund ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Fortpflanzungsorgane dauerhaft entfernt werden. Bei Rüden sind dies die Hoden, bei Hündinnen Eierstöcke, Eileiter und meist auch die Gebärmutter. Das Ergebnis ist eine irreversible Unfruchtbarkeit – ein weitreichender Schritt, der gut überlegt sein sollte. Laut Paragraph 6 des Tierschutzgesetzes darf eine Kastration nur erfolgen, wenn sie medizinisch notwendig oder für die weitere Haltung des Tieres unerlässlich ist. Eine tierärztliche Untersuchung ist daher zwingend erforderlich, um die individuellen Voraussetzungen zu prüfen. Mögliche medizinische Gründe sind unter anderem:
- Erkrankungen wie Tumore
- Prostatavergrößerungen
- Hormonell bedingte Diabetes
- Wiederkehrende Scheinträchtigkeit bei Hündinnen
Auch ein stark ausgeprägtes Sexualverhalten beim Rüden kann eine Indikation sein. In der Praxis wird jedoch auch die Vermeidung ungewollter Fortpflanzung als legitimer Grund anerkannt – insbesondere bei Tieren, die nicht zur Zucht vorgesehen sind. Die Operation erfolgt unter Vollnarkose und stellt eine Belastung für den Organismus dar. Bei Hündinnen ist der Eingriff komplexer, wodurch sich die potenziellen Risiken erhöhen. Daher sollte die Entscheidung zur Kastration stets individuell und verantwortungsvoll getroffen werden – im engen Austausch mit dem Tierarzt oder der Tierärztin.
Ablauf & Kosten einer Kastration
Die Kastration ist ein medizinischer Eingriff, bei dem die Fortpflanzungsorgane des Hundes dauerhaft entfernt werden. Sie erfolgt unter Vollnarkose und ist irreversibel – das heißt, sie kann nicht rückgängig gemacht werden. Der genaue Ablauf hängt vom Geschlecht des Tieres ab:
Kastration beim Rüden
Vorbereitung: Nach einer tierärztlichen Untersuchung wird der Hund am Tag der Operation in Vollnarkose versetzt. Der Intimbereich wird rasiert und desinfiziert.
Operation: Ein Schnitt oberhalb des Hodensacks ermöglicht den Zugang zu Samenleitern und Blutgefäßen, die abgebunden werden. Anschließend werden die Hoden entfernt. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten.
Nachsorge: Der Hund bleibt zur Beobachtung in der Praxis, bis die Narkose nachlässt. Sobald er wieder sicher laufen kann, darf er nach Hause.
Kastration bei der Hündin
Vorbereitung: Auch hier erfolgen eine gründliche Untersuchung und die Betäubung. Der Bauchbereich wird rasiert und desinfiziert.
Operation: Die Bauchdecke wird geöffnet, um die Eierstöcke zu entfernen (Ovariektomie). Bei bestimmten medizinischen Gründen, etwa Entzündungen, wird zusätzlich die Gebärmutter entfernt (Ovariohysterektomie). Die Schnitte werden sorgfältig vernäht.
Nachsorge: Die Hündin erholt sich unter Beobachtung aus der Narkose. In der Regel kann sie noch am selben Tag mit nach Hause genommen werden.
Hinweis: Einige Tierkliniken bieten mittlerweile auch minimalinvasive Kastrationen mittels Endoskopie an. Diese Methode verursacht kleinere Wunden und kann die Heilung beschleunigen – ist jedoch meist kostenintensiver als die klassische Variante.
Kastration beim Hund: Kosten
Die Kosten für eine Kastration richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und hängen von mehreren Faktoren ab – darunter das Geschlecht des Hundes, die gewählte Operationsmethode, der Gesundheitszustand des Tieres sowie die Region und Praxis. Bei einem Rüden ist der Eingriff vergleichsweise unkompliziert, da lediglich die Hoden entfernt werden. Hier liegen die Kosten im Rahmen von ca. 170 bis 580 Euro. Da bei Hündinnen die Bauchdecke geöffnet wird und meist sowohl Eierstöcke als auch die Gebärmutter entfernt werden, ist der Eingriff aufwändiger und entsprechend teurer: er schlägt mit Kosten von ca. 275 bis 1.190 Euro zu Buche.
Unabhängig vom Geschlecht können weitere Kosten entstehen, etwa für Nachsorge und Kontrolluntersuchungen, Medikamente und Schmerzmittel Halskrause oder Schutzbody.
Was Sie außerdem wissen sollten: Minimalinvasive Eingriffe (zum Beispiel per Endoskop) sind zwar schonender, aber meist deutlich teurer. Und auch Notfall-Kastrationen, etwa bei einer akuten Gebärmutterentzündung, können schnell vierstellige Beträge erreichen – insbesonder im Notdienst oder an Wochenenden. Daher unser Tipp: Es lohnt sich, vorab einen Kostenvoranschlag einzuholen und gegebenenfalls über eine Hundekrankenversicherung zur finanziellen Unterstützung nachzudenken. Bei unserer Tierkrankenversicherung erhalten Sie Zuschüsse zur Kastration in allen Tarifen.
Vorsorge & Nachsorge – Maßnahmen rund um die Kastration beim Hund
Eine Behandlung unter Vollnarkose, ein intensiver körperlicher Eingriff - all das setzt dem Körper Ihres vierbeinigen Gefährten ordentlich zu. Gerade deswegen ist es sinnvoll, einige Tipps und Maßnahmen zu beachten, um sowohl vor als auch insbesondere nach einer Kastration den Hund bestmöglich zu schonen und zu versorgen.
Vor der Kastration
Um sicherzustellen, dass die Operation Ihres Lieblings ohne Schwierigkeiten abläuft, sind die folgenden Punkte gute Leitlinien - im Zweifel entscheidet natürlich der Tierarzt oder die Tierärztin vor Ort. Um das Risiko für Komplikationen während des Eingriffs zu minimieren, sollte der Hund zur Kastration vollkommen nüchtern sein. Idealerweise liegt die letzte Fütterung mindestens 12 Stunden zurück. Wird Ihr Vierbeiner beim Arzt bzw. bei der Ärztin leicht unruhig oder aggressiv, kann es sinnvoll sein, dass Sie ihm während der Betäubung "die Pfote halten". Dies sollten Sie im Vorfeld unbedingt durchsprechen.
Nach der Kastration
Im Anschluss an die Kastration von Rüden oder Hündin ist eine gute Nachsorge enorm wichtig, damit sich der Partner mit der kalten Schnauze gut von diesem Eingriff erholen kann:
Wenig Bewegung: Nach erfolgter Kastration ist es wichtig, dass kein Zug auf die Naht kommt. Ihr Hund muss sich schonen. Spaziergänge sollten Sie kurz und den Hund dabei an der kurzen Leine halten. Auch das Herumtollen oder das Springen ins Auto sollten unterbleiben - mindestens so lange, bis nach ca. zwei Wochen die Fäden gezogen werden.
Naht schützen: Für Ihren Hund ist es ein normaler Reflex, sich die frisch operierte Stelle lecken zu wollen. Zur optimalen Wundheilung gilt es jedoch, das zu vermeiden. Rüden wird dafür in der Regel eine Halskrause angelegt, eine Hündin trägt ein "Shirt" bzw. eine "Hose", durch die das Lecken der entsprechenden Körperstellen unmöglich wird.
Wunde kontrollieren: Im Anschluss an die Kastration beim Hund muss die Wunde durchgehend kontrolliert werden - dies gilt besonders für die ersten zwei bis drei Tage nach dem Eingriff. Sollten Sie feststellen, dass die Wunde sich rötet, Schwellungen auftreten, Nähte fehlen oder es gar zu Blutungen kommt, sollten Sie umgehend einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufsuchen.
Kastration beim Hund: Vorteile & Risiken
Seinen Hund kastrieren zu lassen, kann in vielen Fällen eine sinnvolle Maßnahme sein – insbesondere zur Vermeidung ungewollter Fortpflanzung und zur Vorbeugung bestimmter Erkrankungen. Sie stellt jedoch auch einen tiefgreifenden Eingriff in den Hormonhaushalt des Hundes dar und kann mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sein. Damit Sie bei Ihrer Entscheidung sowohl die Vor- als auch die Nachteile einer Kastration berücksichtigen können, haben wir Ihnen im Folgenden einen Überblick erstellt.
Vorteile einer Kastration beim Hund
- Verhinderung der Fortpflanzung: Die sicherste Methode, um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden – sowohl bei Rüden als auch bei Hündinnen
- Weniger hormonell bedingter Stress: Besonders Rüden mit stark ausgeprägtem Sexualverhalten profitieren oft von einer Kastration, da sie weniger unter hormonellem Druck stehen
- Reduziertes Streunen bei Rüden: Viele kastrierte Rüden zeigen weniger Tendenz, sich auf der Suche nach paarungsbereiten Hündinnen zu entfernen
- Wegfall der Läufigkeit bei Hündinnen: Blutungen, Scheinschwangerschaften und damit verbundene Verhaltensänderungen entfallen
- Vorbeugung gegen Erkrankungen: Das Risiko für Hodenkrebs, Prostatavergrößerungen oder Gebärmuttervereiterungen wird deutlich gesenkt
- Vermeidung von Infektionen: Besonders bei Hündinnen können wiederkehrende Probleme mit der Gebärmutter durch eine Kastration verhindert werden
Wichtig zu wissen: Eine Kastration ersetzt keine konsequente Erziehung. Verhaltensprobleme wie Ungehorsam oder Unsicherheit lassen sich durch den Eingriff allein nicht lösen. Triebbedingte Verhaltensweisen wie das Markieren können zwar abnehmen, sind aber nicht garantiert verschwunden.
Kastration beim Hund: Mögliche Nachteile und Risiken
- Gewichtszunahme: Nach der Kastration verlangsamt sich häufig der Stoffwechsel. Ohne angepasste Ernährung und Bewegung kann es zu Übergewicht kommen
- Harninkontinenz: Besonders bei Hündinnen kann es zu unkontrolliertem Harnverlust kommen – teils dauerhaft, aber meist medikamentös behandelbar
- Fellveränderungen: Manche Hunde entwickeln nach dem Eingriff ein weicheres, "welpenähnliches" Fell
- Ohrentzündungen: Es besteht ein erhöhtes Risiko für wiederkehrende Entzündungen, insbesondere bei empfindlichen Rassen
- Wachstums- und Gelenkprobleme: Bei zu früher Kastration kann der natürliche Wachstumsprozess gestört werden, was langfristig zu Gelenkproblemen führen kann
Aber: Nicht jeder Hund reagiert gleich auf eine Kastration. Deshalb ist eine individuelle tierärztliche Beratung unerlässlich – insbesondere zur Frage des richtigen Zeitpunkts.
Das richtige Alter für eine Kastration
Der Zeitpunkt einer Kastration spielt eine entscheidende Rolle für die gesunde Entwicklung Ihres Hundes. Da nach dem Eingriff keine Sexualhormone mehr produziert werden, empfehlen Fachleute, mit der Kastration bis nach Abschluss der Pubertät zu warten. Diese Hormone sind maßgeblich an der körperlichen Reifung und der psychischen Stabilität beteiligt – eine zu frühe Kastration kann diese Prozesse stören und langfristige Folgen haben:
- Kindliches Verhalten kann bestehen bleiben
- Verzögerter Knochenaufbau durch fehlende Hormone
- Erhöhtes Risiko für Gelenkprobleme und spätere Knochenerkrankungen
Wann genau ein Hund die Pubertät durchläuft, hängt von Rasse, Größe und individueller Entwicklung ab. Kleine Hunde sind meist früher "erwachsen" als große Rassen. Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin kann Sie dabei unterstützen, den optimalen Zeitpunkt für den Eingriff zu bestimmen.
Es gibt durchaus auch positive Effekte einer frühen Kastration. So sinkt das Risiko einer Hündin statistisch gesehen deutlich, später an einem Gesäugetumor zu erkranken, wenn die Kastration vor der ersten bzw. zwischen der ersten und der zweiten Läufigkeit erfolgt. Dennoch sollte immer eine individuelle Entscheidung nach eingehender Beratung durch die Tierärztin oder den Tierarzt erfolgen.
Kastration beim Hund – schonende Alternativen zum chirurgischen Eingriff
Wer für seinen vierbeinigen Freund eine sanftere Lösung sucht als eine Kastration, findet einzelne Alternativen zum operativen Schnitt. Diese sind jedoch ebenfalls mit eigenen Besonderheiten und Herausforderungen verbunden.
Chemische Kastration
Die chemische Kastration stellt eine vorübergehende Alternative zur chirurgischen Kastration dar – allerdings ausschließlich für Rüden. Sie gilt als "Kastration auf Zeit" und wird häufig eingesetzt, um zu testen, wie ein Hund auf die hormonelle Umstellung reagiert.
So funktioniert die chemische Kastration
Dem Hund wird ein sogenannter Kastrations-Chip (meist ein Suprelorin-Implantat) unter die Haut gesetzt – typischerweise zwischen den Schulterblättern oder im Nabelbereich. Der Chip enthält den Wirkstoff Deslorelin, der den Testosteronspiegel senkt und die Libido hemmt. Dadurch wird der Hund für einen Zeitraum von etwa sechs bis zwölf Monaten unfruchtbar. Die Wirkung setzt nicht sofort ein, da die ersten Effekte sich nach etwa zwei bis drei Wochen zeigen. Die volle Wirkung entfaltet sich nach sechs bis acht Wochen. In dieser Übergangsphase bleibt der Rüde fortpflanzungsfähig – daher ist besondere Vorsicht im Umgang mit läufigen Hündinnen geboten.
Einsatz und Kosten:
Die chemische Kastration wird oft als "Probelauf" genutzt, um zu beobachten, ob eine dauerhafte Kastration sinnvoll wäre. Es gibt zwei Chipgrößen:
- 6-Monats-Chip: ca. 100 Euro
- 12-Monats-Chip: entsprechend teurer
Langfristig sollte die chemische Kastration jedoch nicht als Dauerlösung betrachtet werden, da eine wiederholte Anwendung Nebenwirkungen mit sich bringen kann.
Wichtig zu wissen: Aktuell ist die Methode nur für Rüden zugelassen. Für Hündinnen gibt es bislang kein sicheres und etabliertes Produkt zur chemischen Kastration.
Sterilisation beim Hund
Die Sterilisation ist eine weniger invasive Alternative zur Kastration – mit dem Ziel, die Fortpflanzungsfähigkeit des Hundes zu unterbinden, ohne den Hormonhaushalt zu verändern. Dabei werden bei Rüden die Samenleiter und bei Hündinnen die Eileiter durchtrennt. Eine Befruchtung ist dadurch nicht mehr möglich, die Produktion von Sexualhormonen bleibt jedoch erhalten.
Unterschiede zur Kastration
Im Gegensatz zur Kastration werden bei der Sterilisation keine Fortpflanzungsorgane entfernt. Das bedeutet:
- Der Hund bleibt hormonell "intakt"
- Verhalten und körperliche Entwicklung werden nicht durch den Eingriff beeinflusst
- Läufigkeit, Sexualtrieb und hormonell bedingte Verhaltensweisen bleiben bestehen
Einschränkungen und Risiken
In der Praxis wird die Sterilisation nur selten durchgeführt. Gründe dafür sind:
- Mögliche Wiederherstellung der Fruchtbarkeit: In Einzelfällen können die durchtrennten Samenleiter wieder zusammenwachsen
- Reversibilität: Eine Sterilisation kann unter bestimmten Umständen rückgängig gemacht werden – etwa durch einen weiteren chirurgischen Eingriff
- Keine gesundheitliche Prävention: Anders als bei der Kastration schützt die Sterilisation nicht vor hormonbedingten Erkrankungen wie Tumoren oder Gebärmutterentzündungen
Fazit
Die Kastration ist ein tiefgreifender medizinischer Eingriff, den Hundehalter*innen nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Laut Tierschutzgesetz darf sie nur erfolgen, wenn triftige Gründe vorliegen – etwa zur Vermeidung gesundheitlicher Risiken oder zur Sicherstellung einer verantwortungsvollen Haltung. Eine tierärztliche Beratung ist dabei unerlässlich: Nur gemeinsam mit dem Tierarzt oder der Tierärztin kann entschieden werden, ob und wann eine Kastration sinnvoll ist.
Wer sich für diesen Schritt entscheidet, sollte sich im Vorfeld umfassend informieren – über den Ablauf, mögliche Nebenwirkungen und die richtige Nachsorge. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, den Heilungsprozess zu unterstützen und das Wohlbefinden des Hundes zu sichern.
Häufige Fragen
Wann ist es sinnvoll einen Hund zu kastrieren?
Was kostet eine Kastration beim Hund?
Pauschal lässt sich kaum abschätzen, wie hoch die Kosten für die Kastration eines Hundes ausfallen. Wesentlich für die Kosten des Eingriffs ist vor allem die Gebührenordnung für Tierärzte - abhängig davon, nach welchem Gebührensatz der Tierarzt arbeitet, können die Kosten von knapp 100 Euro bis annähernd 1.000 Euro reichen. Zusätzlich spielen auch folgende Faktoren eine Rolle:
- Größe des Hundes
- Gewicht des Hundes
- Technik für Operation
- Art der Narkose
- Gabe von Medikamenten
- (Eventuelle) Komplikationen
- Aufwand für Nachsorge
Wenn Sie einen Rüden kastrieren wollen, fallen die Kosten zudem im Schnitt etwas niedriger aus als bei einer Hündin. Dies liegt daran, dass die operative Kastration einer Hündin mit einem höheren Aufwand (Aufschneiden der Bauchregion/Entnahme von Eierstöcken und Gebärmutter) verbunden und dementsprechend teurer ist.
Wenn Sie sich beim Thema Hund kastrieren um Kosten keine Sorgen machen möchten, bieten wir Ihnen übrigens unsere Hundekrankenversicherung an. Mit dieser sind auch die OP-Kosten für Ihren Partner auf vier Pfoten abgedeckt - natürlich nicht nur bei einer notwendigen Kastration, sondern auch bei anderweitigen Eingriffen. So ist Ihr Hund ebenso gut versichert wie Sie selbst.
Wie lange dauert eine Kastration beim Hund?
Der operative Eingriff bei einer Kastration dauert rund 30 Minuten. Planen Sie noch Zeit für die Vorbereitung und die Nachsorge ein. Der Hund bleibt nach der Operation noch unter Beobachtung, bis die Wirkung der Narkose nachlässt. Dies kann in manchen Fällen sogar mehrere Stunden dauern.
Wann ist es zu spät, seinen Hund zu kastrieren?
Eine Kastration ist grundsätzlich immer möglich, wenn der behandelnde Tierarzt oder die Tierärztin zustimmen. Bei älteren Hunden besteht allerdings ein höheres Risiko für Komplikationen.
Wie lange muss man den Hund nach der Kastration schonen?
Damit die Wunden richtig verheilen können, ist es notwendig, dass Ihr Hund für ungefähr zwei Wochen geschont wird. Sorgen Sie für einen ruhigen und warmen Platz mit ausreichend Wasser in der Nähe. Spaziergänge sollten kurzgehalten werden und der Hund angeleint, damit es bei Begegnungen nicht zu Raufereien oder Ähnlichem kommt.
Verhält sich mein Hund nach der Kastration anders?
Durch die Kastration wird die Produktion der Sexualhormone eingestellt. Hormone steuern oft das Verhalten. Somit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie Verhaltensveränderungen bei Ihrem Vierbeiner nach der Kastration feststellen.
Wie diese Wesensveränderungen aussehen, wie ausgeprägt sie sind und ob sie überhaupt auftreten, ist individuell. Die meisten Hunde, die kastriert wurden, werden ruhiger. Das liegt vor allem daran, dass der Sexualtrieb nicht mehr so ausgeprägt ist. Es gibt aber auch Fälle, in denen Hunde etwas aggressiver werden. Dies kommt oft bei weiblichen Hunden vor. Ängstlichkeit ist auch ein bekanntes Phänomen, welches nach dem Eingriff verstärkt auftreten kann. Harninkontinenz ist oft eine Begleiterscheinung einer Kastration. Dadurch könnte der Hund öfters in die Wohnung oder in das Haus pinkeln. Holen Sie in diesem Fall am besten den Rat eines Tierarztes oder einer Tierärztin ein, was man dagegen tun kann.
Im Allgemeinen wirkt sich die Kastration nicht auf den Bewegungsdrang des Hundes aus. Trotzdem nehmen die meisten Hunde nach einer Kastration schneller zu als vorher. Das liegt allerdings am veränderten Stoffwechsel. Eine Gewichtsabnahme ist daher nach einer Kastration schwierig zu erreichen. Aus diesem Grund sollten übergewichtige Hunde nicht kastriert werden beziehungsweise die Kastration sollte verschoben werden, bis der Hund ein Normalgewicht erreicht hat.
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