Kieferorthopädie: Kosten im Überblick

Nicht nur für ein schönes Lächeln brauchen wir unseren Kiefer - er spielt auch eine wichtige Rolle beim Essen, Sprechen und sogar bei der Atmung. Umso schwieriger ist es, wenn die Zähne verschoben sind und der Kiefer Fehlstellungen aufweist. Hier leisten Kieferorthopäden einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden. Weil kieferorthopädische Behandlungen aber meist teuer sind, geben wir Ihnen einen Überblick über die Kosten, den Ablauf und die Zuschüsse von gesetzlichen sowie privaten Versicherungen.

Wann sollte man zum Kieferorthopäden gehen?

Der menschliche Kiefer ist nicht nur ein Werkzeug zur Nahrungsaufnahme und Klangkörper für unsere Stimme, sondern zeichnet auch unser Lächeln aus. Doch vor allem Fehlstellungen können den Alltag erschweren und sich negativ auf das Selbstbewusstsein auswirken. Genau hier setzt die Kieferorthopädie an. Mittels unterschiedlicher Behandlungsmethoden wird der Kiefer so verändert, dass das Kauen, die Aussprache und sogar die Atmung verbessert werden. Die Zahnreinigung wird erleichtert, was wesentlich zur Zahngesundheit beiträgt. Auch Spätfolgen wie Kiefergelenksprobleme durch ungleichmäßige Belastung und unharmonisches Zusammenbeißen können vorgebeugt werden. Dazu zählen beispielsweise Kiefergelenkknacken, Kopf- oder Rückenschmerzen. Selbst Verdauungs- und Ernährungsprobleme können durch eine Korrektur des Kiefers vermieden werden.

Auf einen Blick: Mit welchen Kosten ist beim Kieferorthopäden zu rechnen?

  • Lingualretainer: Bei einem Lingualretainer handelt es sich um einen dünnen Draht, der an der Zahninnenseite befestigt wird und verhindern soll, dass die Zähne sich in ihre Ausgangslage zurückbegeben. Die Kosten belaufen sich auf 200 bis 500 Euro pro Kiefer
  • Zahnspange: Eine Zahnspange ist eine feste oder herausnehmbare Apparatur, die zur Korrektur von Zahnfehlstellungen eingesetzt wird. Kosten liegen bei 1.000 bis 15.000 Euro
  • Zahnspangen-Aligner: Aligner sind transparente Zahnschienen, die für kosmetische oder leichte Zahnkorrekturen eingesetzt werden. Aligner-Zahnschienen kosten von 1.500 bis 6.500 Euro
  • Invisalign-Zahnschienen: Die Invisalign-Therapie setzt ebenfalls auf transparente Zahnschienen, jedoch können diese im Gegensatz zu den Alignern auch für ausgeprägte Zahnfehlstellungen eingesetzt werden. Kosten circa 2.000 bis 7.000 Euro
  • Multibandapparatur: Eine Multibandapparatur wird bei ausgeprägten Zahnfehlstellungen eingesetzt. Die festsitzende Zahnspange bewegt die Zähne inklusive ihrer Zahnwurzel. Multibandapparaturen oder Brackets kosten 5.000 bis 6.000 Euro

Kieferorthopädie-Behandlungen & Kosten

Herausnehmbare Zahnspangen

Wie der Name schon verrät, werden herausnehmbare Zahnspangen im Gegensatz zu festsitzenden Spangen nicht dauerhaft getragen. Sie bestehen meist aus zwei einzelnen Kunststoffplatten, die individuell an den Unter- und Oberkiefer angepasst werden. In der Regel sollten die "losen“ Zahnspangen einige Stunden am Tag sowie nachts getragen werden. Die schlaufen- oder bogenförmigen Drähte, die in die Spange eingelassen sind, werden über die Zähne geschoben, halten die Spange am Gebiss und drücken an den Stellen auf die Zähne, an denen die Stellung korrigiert werden soll. Durch die Wirkung auf die Kieferknochen können diese geformt und gedehnt werden. Lose Zahnspangen werden bei leichteren Zahn- und Kieferfehlstellungen eingesetzt, beispielsweise um Zahnlücken zwischen den vorderen Zähnen zu verkleinern.

Häufig kommt die herausnehmbare Zahnspange auch zur "Nachsorge“ nach einer festsitzenden Spange zum Einsatz. Dabei sorgt sie dafür, dass die Zähne nicht wieder in ihre alte Position zurückwandern. Auch mit transparenten Alignern und Invisalign-Zahnschienen können Zahnfehlstellungen behandelt werden. Diese werden individuell angefertigt und sorgen dafür, dass die Zähne in die gewünschte Position gehen. Da sich die Zahnschienen nicht an Veränderungen anpassen lassen, müssen sie bis zum Behandlungsende regelmäßig ausgetauscht werden. Eine herausnehmbare Zahnspange kostet im Durchschnitt zwischen 600 und 1.500 Euro. Für unsichtbare Invisalign-Zahnschienen müssen Sie mit mindestens 2.000 Euro rechnen und für transparente Aligner mit mindestens 1.500 Euro.

Feste Zahnspangen

Bei komplizierteren Zahn- und Kieferfehlstellungen ist in der Regel eine festsitzende Zahnspange notwendig. Sie besteht meist aus einem Drahtbogen, Bändern und Ösen aus Metall, den Brackets. Der Drahtbogen ist seitlich jeweils mit einem Metallband an einem oder mehreren Backenzähnen fixierbar. Der Draht zieht oder drückt die Zähne in die gewünschte Richtung, wodurch sich Kieferknochen und Zähne langsam anpassen. Mittels Gummizügen kann zusätzlicher Druck ausgeübt werden, um beispielsweise einen nach hinten geneigten Zahn aufzurichten oder den Unterkiefer etwas nach vorne zu bringen. Da diese Spangen dauerhaft getragen werden, ist eine gründliche Reinigung besonders wichtig. Zudem muss der Patient regelmäßige Besuche beim Kieferorthopäden wahrnehmen, um den Draht zu neu zu spannen.

Um eine feste Zahnspange unauffälliger zu gestalten, können anstelle der Metall-Brackets beispielsweise auch transparente oder weiße Keramik-Brackets eingesetzt werden. Darüber hinaus gibt es sogenannte Lingualbrackets, die auf der Innenseite der Zähne befestigt werden und damit quasi unsichtbar sind, sowie Mini-Brackets. Letztere sind wesentlich kleiner und daher unauffälliger als die Standard-Variante.

Die Kosten für eine festsitzende Spange hängen vom Schweregrad der Fehlstellung ab und können je nach Variante sehr stark variieren. So kostet eine solche Zahnspange zwischen 1.500 und 15.000 Euro. Die Standard-Variante ist in der Regel günstiger, für Keramik-Brackets und Co. müssen Sie meist tiefer in die Tasche greifen und die Extrakosten selbst tragen.

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Kieferorthopädie bei Kindern und Erwachsenen

Sowohl Kinder als auch Erwachsene können kieferorthopädische Leistungen benötigen. Je nach Behandlung, Schweregrad der Fehlstellung und Anwendungs-Variante können die Preise dafür stark variieren. In den meisten Fällen bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung Zuschüsse und die Betroffenen müssen einen Eigenanteil selbst entrichten. Bei gewissen Leistungen hat der Patient die Zusatzkosten sogar gänzlich allein zu tragen.

Welche Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen?

Wesentliches Kriterium für die Zuschüsse bzw. Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist der Schweregrad der Fehlstellung. Diese wird in eine von fünf Kategorien eingeteilt, die sogenannten Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG), wobei KIG 1 eine geringfügige Fehlstellung darstellt, KIG 5 eine schwerwiegende. Während die Krankenversicherung bei Kindern und Jugendlichen bei KIG 3, 4 und 5 die gesamten Behandlungskosten übernimmt, erhalten Erwachsene nur dann Zuschüsse, wenn schwere Kieferanomalien vorliegen und gleichzeitig eine kieferchirurgische Maßnahme erforderlich ist.

Allerdings müssen Eltern für die Behandlung ihrer Kinder 20 Prozent der Kosten vorerst selbst tragen. Erst nach erfolgreich abgeschlossener Behandlung werden diese zurückerstattet. Bei KIG 1 und 2 müssen jegliche Kosten selbst bezahlt werden, ebenso wie die Beiträge für Zusatzleistungen, die über die Regelversorgung hinausgehen. Dazu zählen beispielsweise Keramik-Brackets und Invisalign-Therapien.

Lohnen sich Zahnzusatzversicherungen bei Kieferorthopädie-Behandlungen?

Eine gute Zahnzusatzversicherung kann sich besonders für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene lohnen. So übernimmt die Barmenia bis zum 21. Lebensjahr bis zu 100 Prozent der Behandlungskosten für Kieferorthopädie. Bei Unfällen entfällt die Altersgrenze, weshalb sich eine Zusatzversicherung auch für Erwachsene lohnen kann. Insbesondere bei gefährlichen Hobbys wie Boxen oder Rennradfahren sollte man an die Gefahr eines Zahn- oder Kieferschadens denken und vorsorgen.

Mit einer Zahnzusatzversicherung der BarmeniaGothaer spielt der Grad der Fehlstellung keine Rolle. Diese übernimmt auch Zusatzausgaben für Keramik- und Kunststoffbrackets, unsichtbare Zahnspangen und festsitzende Retainer.

Häufige Fragen

Wie läuft eine kieferorthopädische Behandlung ab?

Jede kieferorthopädische Behandlung beginnt mit einem Beratungstermin. Dabei wird entschieden, ob und welche kieferorthopädische Behandlung sinnvoll ist. Um das beurteilen zu können, erfolgen Untersuchungen und eine Analyse der Gebisssituation. Nach der Diagnosestellung werden Behandlungsplan und Kostenaufstellung erstellt und an die zuständige Krankenkasse geschickt. Erst, wenn diese die Kostenübernahme bestätigt, können Sie den ersten Behandlungstermin vereinbaren. Es folgen regelmäßige Kontrolltermine, bis die Behandlung abgeschlossen ist.

Kann man einfach so zum Kieferorthopäden gehen?

Ja, Sie können jederzeit einen Kieferorthopäden Ihrer Wahl aufsuchen, eine Überweisung ist nicht notwendig. Allerdings sollten Sie den Arzt nicht während einer Behandlung, die von der gesetzlichen Krankenversicherung genehmigt wurde, wechseln.

Was passiert, wenn man die Kieferorthopädie-Behandlung abbricht?

Die Eigenanteile werden von den gesetzlichen Versicherungen erst nach erfolgreich abgeschlossener Behandlung zurückerstattet. Bricht der Versicherte die kieferorthopädische Behandlung ab, muss er den Eigenanteil selbst tragen. Der Patient ist außerdem zur Mitwirkung verpflichtet. So kann auch der Zahnarzt die Krankenkasse darüber informieren, dass die Behandlung aufgrund fehlender Mitwirkung des Patienten voraussichtlich nicht erfolgreich sein wird und dem Patienten kündigen.

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