Nachbarschaftsstreit – was tun bei Stress am Gartenzaun

Ein Nachbarschaftsstreit stellt eine große Belastung dar. Schließlich bringen die Unstimmigkeiten Stress und Ärger in das Heim, das den wertvollsten Rückzugs- und Erholungsort des Menschen darstellt. Hier erfahren Sie, wie sich Streit mit den Nachbarn vermeiden lässt und wie Sie reagieren, wenn es doch zu Ärger kommt.

Die häufigsten Gründe für einen Nachbarschaftsstreit

Streiten lässt sich über nahezu jedes Thema. Doch beim Nachbarschaftsstreit geht es besonders oft um folgende Angelegenheiten:

  • Lärm (etwa durch Haushaltsgeräte, Musik, Fernseher, Kinder)
  • falsch geparkte Autos oder im Weg stehende Mülltonnen
  • Hundegebell
  • Rauch und Gerüche vom Grillen im Garten oder auf dem Balkon
  • Über den Gartenzaun hängende Äste und Sträucher

Nachbarschaftsstreit: Das können Sie tun

Die Tochter nebenan übt jeden Tag hingebungsvoll und mit wenig Erfolg am Klavier. Oben dröhnt die Stereoanlage und im Nachbargarten kläfft der Terrier ausdauernd. Ohne Frage handelt es sich dabei um starke Belastungen. Aber nicht jede Störung ist ein Grund für einen Nachbarschaftsstreit. Leben verursacht Geräusche – und mancher Lärm ist wohntypisch und muss ausgehalten werden. Hier einige Beispiele, wie Sie auf die verschiedenen Situationen reagieren können beziehungsweise rechtlich dürfen.

Kinderlärm: Kinder können Nerven kosten – aber je jünger die Kinder, desto weniger können Eltern mäßigend einwirken. Bis etwa zur Einschulung genie­ßen die Kleinen zu Recht Narrenfreiheit. Auch in der Zeit danach dürfen sie sich außerhalb der Ruhezeiten ausleben. Erst ab 14 Jahren sind mehr Vernunft und Mäßigung durch die Eltern zu erwarten und zu erfragen.

Laute Musik: Musikanlagen und Fern­seher darf die Nachbarschaft rund um die Uhr nutzen. Jedoch ist stets Zimmerlautstärke einzuhalten. Diese liegt tagsüber etwa bei 40 Dezibel und in der Nacht bei maximal 30 Dezibel. Laute Musik kann eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Statt aber direkt einen Nachbarschaftsstreit zu beginnen, ist es sinnvoll, individuelle Zeiten zu vereinbaren. Häufig kommen beide Seiten mit einem solchen Kompromiss gut zurecht.

Hundegebell: Dass Hunde ab und zu bellen, liegt in der Natur der Vierbeiner. Ganz unterbinden lässt sich das Verhalten nicht. Aber während der Ruhezeiten ist regelmäßiges oder anhaltendes Bellen nicht erlaubt. Gerichte urteilen unterschiedlich. So stellte das Oberlandesgericht Hamm fest, dass der Hausfrieden gestört wird, wenn ein Hund dauerhaft insgesamt länger als eine halbe Stunde pro Tag bellt (Urteil vom 11. April 1988, Aktenzeichen: 22 u 265/87). Sprechen Sie Ihre Nachbarin oder Ihren Nachbarn an. Üben Sie sich in Geduld. Denn das Alleinbleiben zu trainieren oder ein Abbruchkommando zu etablieren, erfordert einiges an Zeit.

Im Weg stehende Autos oder Müllbehälter: Wenn nicht hereingeholte Mülltonnen die Ausfahrt versperren, stellt das ein Ärgernis für Sie dar – mehr allerdings nicht. Denn diese können Sie selbst wegschieben. Anders sieht es aus, sofern geparkte Fahrzeuge den Weg unpassierbar machen. Für den Fall, dass Sie der Wagen komplett behindert und vorsätzlich so abgestellt wurde, dürfen Sie ihn abschleppen lassen. Dabei gehen Sie in Vorkasse. Im Anschluss holen Sie sich das Geld von der verursachenden Person zurück. Lässt sich das Problem durch Rangieren lösen, müssen Sie dagegen in den sauren Apfel beißen. Oft sind eng an Ausfahrten geparkte oder ohne Abstand in Parklücken gedrängte Wagen eine der Hauptursachen für Nachbarschaftsstreit. Dies ist insbesondere in Siedlungen mit Parkplatzmangel der Fall.

Grillgeruch: Ist das Grillen auf dem Balkon oder im Mietergarten durch den Mietvertrag oder die Hausordnung verboten, gilt diese Regelung. Ohne Verbot bestehen je nach Ort und Wohngegend unterschiedliche Vorgaben, wie oft Grillen erlaubt ist. Sprechen Sie mit Ihrer Nachbarschaft und erkundigen Sie sich über die örtlichen Gepflogenheiten. Das Amtsgericht Bonn hat zum Beispiel entschieden, dass Mieter*innen im Sommer ein Mal monatlich auf dem Balkon grillen dürfen. Sie sind verpflichtet, Nachbarinnen und Nachbarn spätestens 48 Stunden vorher darüber informieren (Urteil vom 29.04.1997, Aktenzeichen.: 6 C 545/96).

Über den Gartenzaun hängende Zweige: Wächst ein Baum oder Busch über Ihren Gartenzaun, dürfen Sie die Äste nicht einfach entfernen. Nur sofern eine Beeinträchtigung vorliegt, informieren Sie Ihre Nachbarin oder Ihren Nachbarn. Bitten Sie sie oder ihn, innerhalb einer angemessenen Frist tätig zu werden. Selbsthilfe ist erst erlaubt, wenn Ihr Gegenüber nicht reagiert. Dabei dürfen Sie die Pflanzen aber nicht so weit stutzen, dass diese absterben. Übrigens gehören auch die Früchte an überhängenden Zweigen der Baumbesitzerin oder dem Baumbesitzer. Zugreifen dürfen Sie nur auf das Fallobst.

Nachbarschaftsstreit vermeiden: Unsere Empfehlungen

Wo viele Menschen eng zusammenleben, kommt es schnell zu Konflikten. Das trifft einerseits für Miet- und Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern zu. Andererseits trifft es genauso auf Eigenheime mit aneinander grenzenden Gärten zu. Es bestehen zwar einige rechtliche Regelungen, die das Zusammenleben in geregelte Bahnen lenken. Doch das Zauberwort heißt eindeutig: Rücksichtnahme. Wir empfehlen folgende Verhaltensweisen, um einen Nachbarschaftsstreit zu vermeiden:

  • Halten Sie die gesetzlichen Ruhezeiten sowie die Vorgaben der Hausordnung ein. So stören Sie Ihre Nachbarinnen und Nachbarn nicht
  • Nehmen Sie Rücksicht aufeinander und sprechen Sie sich ab. Schwingen Sie besser nicht morgens um Punkt sieben Uhr den Staubsauger, nur weil Sie es dürfen. Stellen Sie sicher, dass es den oder die Nachbar*in nicht stört. Häufig genügen kleine Änderungen und Kom­promisse, um sich gegenseitig das Leben angenehmer zu gestalten
  • Fühlen Sie sich von einer Nachbarin oder einem Nachbarn gestört, bewahren Sie Ruhe. Sprechen Sie das Problem lieber etwas später sachlich und freundlich an. Versuchen Sie dabei, der Nachbarin oder dem Nachbarn keine böse Absicht zu unterstellen. Oftmals ist dem Gegenüber gar nicht bewusst, wie belastend sein Verhalten für Sie ist
  • Die vermietende Person oder die Polizei beziehungsweise das Ordnungsamt sollten Sie erst einschalten, wenn das persönliche Gespräch nicht zu dem erwünschten Ergebnis führt
BarmeniaGothaer Rechtsschutzversicherung: Ein lachender Mann im Sakko

Rechtsschutzversicherung

Ein Streit um Ihr gutes Recht entwickelt sich im Straßenverkehr oft schneller, als Sie denken. Mit dem Verkehrsrechtsschutz fahren Sie und Ihre Familie auf der sicheren Seite.

Jetzt berechnen

Rechtsschutzversicherung hilft bei Nachbarschaftsstreit

Hilft ein souveräner und vernünftiger Umgang mit dem Nachbarschaftsstreit nicht, weil die andere Partei sich weder verhandlungs- noch kompromissbereit zeigt, ist guter Rat teuer. Damit die Lebensqualität nicht dauerhaft leidet, ist es unerlässlich, das Problem aus der Welt zu schaffen. Häufig glättet es bereits die Wogen, wenn eine Rechtsanwältin beziehungsweise ein Rechtsanwalt die Nachbarin oder den Nachbarn anschreibt. Hilft das nicht, steht Ihnen der Klageweg vor Gericht offen. Das ist allerdings mit hohen Kosten verbunden. Expert*innen raten daher zu einer entsprechenden Versicherung. So ist bei einem Nachbarschaftsstreit die Rechtsschutzversicherung der BarmeniaGothaer ein starker Partner an Ihrer Seite. Hier erhalten Sie eine kostenlose telefonische Erstberatung und eine kompetente Einschätzung Ihres Falles. Von den Expert*innen erfahren Sie außerdem, wie Sie am besten agieren. Sie können zum Beispiel einen Mediator einschalten, der zwischen den Parteien vermittelt. Die Streitschlichtung ohne Anwältin oder Anwalt und ohne Gericht ist bei BarmeniaGothaer mitversichert. Sie belastet das Nachbarschaftsverhältnis weniger.

Fazit

Ein Nachbarschaftsstreit ist sehr belastend. Er sollte entweder vermieden oder schnell aus der Welt geschafft werden. Ist eine gütliche Einigung unmöglich, schützt Sie eine Rechtsschutzversicherung vor möglichen Anwalts- und Gerichtskosten. Zusätzlich erlaubt sie Ihnen, ohne finanzielle Risiken Ihr gutes Recht durchzusetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Aus einer Waschmaschine tritt Wasser aus

Wasser im Keller - was tun?

Bei Wasser im Keller ist planvolles Handeln gefragt. Lesen Sie in unserem Magazinartikel, wie Sie in solch einem Fall reagieren sollten, um nicht nur größeren Schäden vorzubeugen, sondern auch schwere oder gar tödliche Unfälle zu vermeiden.

Zum Magazinartikel

Eine junge Frau steht vor einer verschlossenen Haustür

Schlüsselverlust - und nun?

Ein verlorener Haustürschlüssel kann schnell teuer werden. Wer jetzt informiert werden muss, welche Kosten entstehen können und wie eine Schlüsselversicherung hilft, erfahren Sie in unserem Magazinartikel.

Zum Magazinartikel

Ein glücklicher junger Mann mit einer Tasse Kaffee sitzt am Fenster

Wohngebäudeversicherung absetzbar

In der Regel sind in Deutschland vor allem Vorsorgeversicherungen wie zum Beispiel Rentenversicherungen absetzbar. Welche Versicherungskosten rund um’s Haus unter welchen Bedingungen steuerlich ebenfalls absetzbar sind, erläutern wir in folgendem Artikel.

Zum Magazinartikel